Es ist eine wahre Geschichte aus einem Dorf in der italienischen Romagna am Ende des 19. Jahrhunderts, die Geschichte der Belda, einer ausgestoßenen, verspotteten Frau, die als Hexe gilt. Doch nachts kommen die Dorfbewohner heimlich zu ihr und erbitten ihre Hilfe gegen Magenschmerzen, Liebeskummer, Kopfweh oder Malaria, weil sie die Kräuter kennt und die Formeln. Sie ist eine Heilerin, und sie kann helfen, „besser als der Apotheker“, sagen die Männer, aber wenn sie tagsüber ihren Weg kreuzt, dann spucken sie dreimal aus hinter ihr. So geht es jahrelang: auf der Straße Verachtung, in der Hütte Dankbarkeit, und niemand findet das seltsam. Belda schon, aber sie scheint sich in ihr Schicksal zu fügen. Doch dann passiert etwas, und alles verändert sich.
Als das Gerücht aufkommt, Beldas verstorbene Mutter sei eine Hure gewesen, reißt der Pfarrer deren Sarg aus der geweihten Erde des Friedhofs und verscharrt ihn anderswo. Belda will ihre Mutter rächen, und all der Hass, all die Demütigungen, die sie ihr Leben lang erfahren hat, verwandeln sich in Tötungsenergie. Sie besinnt sich auf die schwarze Magie, die sie noch nie anwandte, und sie vollzieht die maledizione, ein Fluchgebet in verstümmeltem Latein. Dafür hat sie den Fußabdruck des Priesters auf...