Theater der Zeit

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Das Wichtigste vom Tag

Dienstag, 28. April 2026

Goethe-Medaille 2026 geht an Pärt, Raja und Tsinikoris ++ Offener Brief von Theatermacher Jürgen Schitthelm an Kulturstaatsminister Weimer

Assoziationen: Thüringen Berlin

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Weimar: Goethe-Medaille 2026 geht an Pärt, Raja und Tsinikoris

Die Goethe-Medaille 2026 geht an den estnischen Komponisten Arvo Pärt, die italienische Übersetzerin Anita Raja und den griechischen Theaterregisseur Prodromos Tsinikoris, wie das Goethe-Institut mitteilte. Mit der Auszeichnung ehrt die Bundesrepublik Deutschland Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Die drei Preisträger stehen nach Angaben des Goethe-Instituts exemplarisch für eine europäische Kultur, die nationale Grenzen überschreitet und gesellschaftliche Themen künstlerisch reflektiert. 

Arvo Pärt, 1935 im estnischen Paide geboren, ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten und entwickelte in langer Auseinandersetzung mit geistlicher Musik seinen charakteristischen Tintinnabuli-Stil. Er lebte nach seiner Emigration aus Estland viele Jahre in Berlin, wo bedeutende Teile seines Werks entstanden.

Anita Raja, 1953 in Neapel geboren, zählt zu den wichtigsten Übersetzerinnen aus dem Deutschen ins Italienische. Sie machte unter anderem Werke von Christa Wolf, Franz Kafka und Ingeborg Bachmann einem italienischen Lesepublikum zugänglich und engagierte sich zudem lange als Bibliothekarin.

Prodromos Tsinikoris, 1981 in Wuppertal als Sohn griechischer Arbeitsmigrant:innen geboren, arbeitet heute als Regisseur, Schauspieler und Dramaturg vor allem in Griechenland. Mit dokumentarischen Theaterprojekten nimmt er immer wieder Migration, soziale Konflikte und Erinnerungspolitik in den Blick.

Die Auswahl traf eine Jury unter Vorsitz von Thomas Oberender. Überreicht wird die Medaille am 28. August im Rahmen eines öffentlichen Festakts in Weimar durch Goethe-Institut-Präsidentin Gesche Joost.

 

Berlin: Offener Brief von Theatermacher Jürgen Schitthelm an Kulturstaatsminister Weimer

Der Berliner Theaterunternehmer Jürgen Schitthelm, langjähriger Intendant und Mitbegründer der Schaubühne, hat sich in einem offenen Brief an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gewandt.

In dem Schreiben äußert Schitthelm deutliche Kritik an der geplanten Neuausrichtung des Theaterpreises des Bundes und warnt vor einer aus seiner Sicht drohenden Aushöhlung der Förderung für kleinere und mittlere Bühnen. Zugleich fordert er Weimer auf, die Belange der freien Szene und der unabhängigen Theater stärker zu berücksichtigen und das Gespräch mit den betroffenen Häusern zu suchen.

 

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Redaktionsschluss: 14:40 Uhr

 

 

 

Erschienen am 28.4.2026

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