Szenen beginnen – aller Anfang ist leicht
von Dan Richter
Erschienen in: Improvisationstheater (Bd. 3) – Die Magie der Szene (10/2025)
1.1 Plattformen definieren
Ob beim Film, im Theater, in der Literatur oder bei einer erzählten Anekdote: Um eine Story in Schwung zu setzen, brauchen wir einen klaren Ausgangspunkt. Diesen Ausgangspunkt nennen wir im Improtheater „Plattform“. Je länger und umfangreicher die Story ist, die wir zu improvisieren beabsichtigen, umso klarer und stabiler sollte unsere Plattform sein.
In der Impro-Theorie streiten sich die Geister, was zur Plattform eigentlich gehört. Einig ist man sich aber darüber, dass zu klären ist,
− wer die handelnden Personen sind,
− wo sie sich befinden,
− was sie tun.
Man könnte das im Grunde noch mit einigen weiteren „W"-Fragen fortführen: Wann spielt die Szene, warum tun die Figuren das, was sie gerade tun? Wie tun sie es? Woher kommen sie? Tatsächlich, all diese weiteren Fragen zu klären, hilft der Szene, konkret zu werden. Das geht hin bis zu Details wie der Temperatur im angespielten Ambiente oder der Gesundheit der Charaktere. Hier aber verstehen wir unter „Plattform" die unverzichtbare Grundlage der Story. Das heißt, notfalls funktioniert die Szene unabhängig davon, ob es sechs Uhr morgens oder achtzehn Uhr abends ist. Aber um die Story zu verstehen, sollten wir schon wissen, in welchem Verhältnis die Akteure zueinander stehen.
1.1.1...

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