Frau Ehnes, als Sie mir vorschlugen, uns in der Kohlenquelle, einem Café im Prenzlauer Berg, zu treffen, habe ich mich gefragt, was das wohl für ein Ort ist?
Es ist ein Raum, in dem ich mich wohl fühle und gerne verabrede. Ich mag auch dieses einfache, unaufgeregte und zusammengewürfelte Design.
Das scheint aber gar nichts mit Ihrer Arbeit zu tun zu haben?
Finden Sie?
Nehmen wir mal Ihre letzte Produktion „Faust. Erster Teil“ in Frankfurt am Main. Ich meine, das war von der Raumstimmung her fast ein atmosphärisches Gegenmodell. Oder täusche ich mich?
Das stimmt. Es war eher eine Konstruktion, eine Erfindung.
Für mich war das eine Zauberbühne. Sie hat sich laufend bewegt, verschiedene Perspektiven gezeigt und viele Spielräume geboten. Ich habe gedacht, dass Sie nach einem idealen Raum suchen. Es schien so, als sei alles Zufällige und Störende von außen ausge-schlossen, um sich auf alles Wesentliche zu konzentrieren.
Es war eine Kunstwelt. Eigentlich eine Konstruktion, die aus der Faustfigur als räumliches Zentrum gedacht war. Die Außenwelten, die von Mephisto und ihm bereist werden, waren die Rückseiten seiner „Zelle“. Insofern tatsächlich hermetisch.
Bei der Vorbereitung auf unser Gespräch hatte ich vor Augen, wenn wir über Ihre Arbeitsweise sprechen, vom Mephistophelischen...