Kolumne
Wir gehen rein
Klassiker-Mashups
von Lina Wölfel
Assoziationen: William Shakespeare Schauspiel Leipzig

Es ist Februar 2026. Ich sitze zum achten Mal in Shakespeares „Was ihr wollt“ innerhalb eines Kalenderjahres. Sicherlich habe ich längst nicht alle Inszenierungen gesehen, die auf den Spielplänen stehen. Unweigerlich beginne ich mich zu fragen: Wie oft werde ich das Stück in meinem Berufsleben wohl noch sehen? Einhundert mal? Häufiger?
Das klingt erst mal nach einer elisabethanischen Version des Purgatoriums. Läuterung durch Shakespeare-Repetition. Ist es aber nicht zwangsläufig. Die Texte werden einem mit der Zeit merkwürdig vertraut, man richtet sich in den Wörtern häuslich ein, freut sich, wie bei Lieblingsliedern, auf bestimmte Passagen, murmelt Zitate leise mit: „Wenn Musik der Liebe Nahrung ist, spielt weiter!“ – was ein Killer-Satz. Apropos Musik – was eine Überleitung –, ich sitze also Anfang Februar in dieser, achten, Inszenierung von Shakespeares „Was ihr wollt“ am Schauspiel Leipzig. „Was ihr wollt (A Tortured Lover’s Version)“: Hier trifft der King of Playwrights auf die Queen of Pop. Sind Mashups mit Idolen der heutigen Zeit das letztmögliche Upgrade für Klassiker? Zugänglich und anschlussfähig für die Gen-Z und Gen-Alpha? Oder geht damit die Hochkultur endgültig zugrunde? Wir gehen rein.
Der Zusatz „A Tortured Lover’s Version“ ist erst einmal eine Referenz auf Taylor Swifts Album „The Tortured Poets...


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