Was bleibt, ist der unaufhaltsame Verfall. Die DDR-Gesellschaft und die Familie Powileit- Umnitzer – der Virus des Zweifels hat beide befallen. Macht er krank, führt er gar unaufhaltsam zum Tode, oder ist doch Heilung möglich? Mit Eugen Ruges „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ blicken wir auf drei Generationen einer Familie und gleichzeitig tief hinein in die Dunkelecken des 20. Jahrhunderts. Was man dort erblickt? Moralische und geistige Verwüstung im Namen höchster Ideale. Wie ist das möglich?
Die Sonne war schuld! Die pathetisch gefeierte „neue Zeit“ glaubte sich, so das FDJ-Symbol der aufgehenden Sonne, ganz auf der Seite des anbrechenden Tages. Aber die Schatten werden immer länger. Es gibt einen erschütternden russisch-französischen Spielfilm von Nikita Michalkow, den man eigentlich vor jeder Aufführung von „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ zeigen sollte: „Die Sonne, die uns täuscht“. Stalin lässt in den 1930er Jahren viele Tausend Revolutionäre der ersten Stunde ermorden. Spätestens ab jetzt ist das Wort Kommunist mit schweren Verbrechen beladen, die Genossen sind Mörder und deren erste Opfer zugleich.
Offensichtlich sind nach dem plötzlichen Zuziehen des Vorhangs vor der DDR auf welthistorischer Bühne dann doch allzu viele Frage offengeblieben – bis heute. Anders sind der große Erfolg des Romans (das gleiche Phänomen...