Enden und Übergänge
von Dan Richter
Erschienen in: Improvisationstheater (Bd. 3) – Die Magie der Szene (10/2025)
8.1 Wann man eine Szene beendet
8.2 Wie man eine Szene beendet
8.3 Szenen-Übergänge
8.1 Wann man eine Szene beendet
Man spielt eine wunderbare Szene, und dann hört sie einfach nicht auf und mäandert noch ein wenig herum. Man merkt, dass vor einer Minute der richtige Moment gewesen wäre – alles ist gesagt, es gab einen kleinen Abschluss-Gag – aber man fühlt sich so wohl, dass man einfach weiterspielt. Die Impro-Spieler gleichen hier dem süchtigen Roulette-Spieler, der nach einer kleinen Glückssträhne einfach nicht aufhören kann, sondern immer noch eins draufsetzt, bis er alles verspielt hat, statt den Gewinn einzufahren. Fahrt den Gewinn ein, sobald ihr ihn habt. Um ein Gespür dafür zu bekommen, hilft es, das Timing und das Gefühl für den Beat zu trainieren.
Katja: „Richie, meine Mutter kommt heute Nachmittag zu Besuch.“
Richie: „Gut, Katja. Dann sag ihr bitte, dass sie diesmal meine Glas-Figurinen nicht anfassen soll.
Katja: „Sie hat sie doch nur geputzt.“
Richie: „Sie soll sie nicht putzen, nicht anfassen, nicht anatmen… Sie soll sie eigentlich auch nicht anschauen.“
Die kleinste szenische Einheit, die hier zu sehen ist, nennen wir einen Beat.40 Es bedarf einer gewissen Übung, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie lange...

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