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Staatsoper Stuttgart: Klangarchiv der Sehnsüchte

„Station Paradiso“, Mixtape-Oper von Sara Glojnarić (UA) – Libretto Libretto von Tanja Šljivar, Musikalische Leitung Peter Rundel, Regie Anika Rutkofsky, Bühne Christina Schmitt, Kostüme Adrian Stapf, Video Manuela Hartel, Choreografie Janine Grellscheid, Licht Volker von Schwanenflügel, Dramaturgie Julia Schmitt, Johanna Mangold

von Otto Paul Burkhardt

Assoziationen: Baden-Württemberg Theaterkritiken Musiktheater Dossier: Uraufführungen Anika Rutkofsky Staatsoper Stuttgart

Erschienen am 18.5.2026

In „Station Paradiso“, der neuen Mixtape-Oper von Sara Glojnarić an der Staatsoper Stuttgart (Regie: Anika Rutkofsky), werden Songs zu Fahrkarten und Geschichten zu Routen durch Migration, Sehnsucht und Zugehörigkeit. Zwischen Fantasy-Nachtbus, Oral History und verfremdeten Popzitaten entfaltet sich ein Musiktheaterabend, der die Gastarbeitergeschichte als schwebenden Klangraum neu erzählt.
In „Station Paradiso“, der neuen Mixtape-Oper von Sara Glojnarić an der Staatsoper Stuttgart (Regie: Anika Rutkofsky), werden Songs zu Fahrkarten und Geschichten zu Routen durch Migration, Sehnsucht und Zugehörigkeit. Zwischen Fantasy-Nachtbus, Oral History und verfremdeten Popzitaten entfaltet sich ein Musiktheaterabend, der die Gastarbeitergeschichte als schwebenden Klangraum neu erzählt.Foto: Matthias Baus

Busbahnhof Stuttgart. Nachts. Menschen warten. Bald werden sie einsteigen und eine Reise antreten, nach Italien, ins ehemalige Jugoslawien, in die Türkei. Teils nach Napoli, teils auf der alten Europastraße 5 über Belgrad nach Ankara. Auf der „Gastarbeiterroute“, auf dem Weg nach Hause, in die Vergangenheit. An der fiktiven Haltestelle, wo die Reise beginnt und endet, prangt in Leuchtschrift „Station Paradiso“, ein Name, in dem eine ganze Menge Literatur- und Geistesgeschichte mitvibriert. „Station Paradiso“ heißt auch das rund zweistündige Musiktheaterprojekt der kroatischen Komponistin Sara Glojnarić, die ihr Werk als „Mixtape-Oper über die Sehnsucht nach Zuhause“ spezifiziert. Sicher, es geht um Migration, um das Leben zwischen zwei Welten, um die Suche nach Zugehörigkeit zwischen dem Daheim und der schwäbischen Diaspora, um unterschiedliche Integrationserfahrungen auch der Folgegenerationen. Aber es geht auch um den Soundtrack der Arbeitsmigranten, um ihre Lieder, um deren Funktion als Speicher von Erinnerung. Die Uraufführung ging in der Staatsoper Stuttgart über die Bühne, gerade mal ein paar Schritte weit weg vom baden-württembergischen Landtag, in dem ein paar Tage später Cem Özdemir, Sohn türkischer Gastarbeiter, zum Ministerpräsidenten gekürt wurde. Die Oper zur Wahl? Nein, aber die Koinzidenz ist bemerkenswert.

Apropos Mixtape: Die initiale Idee zum Ganzen war eine von der Komponistin...

Erschienen am 18.5.2026

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