Auftritt
TdZ+Ballhaus Prinzenallee: Städte wie Narben
„Dennis“ // from skin(head) to bone – von und mit Lukas David Schmidt, Bühne & Mali Dönmez, Sound Daan Elsing
Assoziationen: Berlin Theaterkritiken
Erschienen am 13.4.2026

Er steht auf einem Podest im Bühnensaal im Ballhaus Prinzenallee: Dennis – gespielt von Lukas David Schmidt. Es ist sein Abend, der von Dennis und von Schmidt, der für die Inszenierung, den Text und dafür verantwortlich ist, dass das Publikum dieser Monolog-lastigen Solo-Show gebannt folgt. Schmidt erzählt mit der Biografie seiner Figur Dennis die Geschichte eines Individuums. Eine Biografie, die für viele steht. Es ist die Geschichte von Frustration, Aggression und den Versprechungen von Ideologie und der Ausübung von Gewalt. Dennis ist erst Punk, dann Skinhead, dann Neonazi – zwischen den Jahrhunderten. Er radikalisiert sich in einem Land, das es nicht mehr gibt, der Deutschen Demokratischen Republik. Seine Vorstellungen gehen in der Bundesrepublik ebenso wenig auf wie die versprochenen blühenden Landschaften. Der Abend beginnt am Ende des 20. Jahrhunderts und endet in der Zukunft. Dazwischen Mölln, Solingen, Hoyerswerda und so weiter. „Städte wie Narben“, wie Schmidt sagt. „Einzelne zu Massen.“
Dennis, also Schmidt, trägt die Uniform der Schlägertypen der Baseballschlägerjahre: schwarze Springerstiefel aus Leder, eine dunkle Cargohose, mit roten Hosenträgern, weißes Shirt. Schwarz, Weiß, Rot, die Insignien der Deutschnationalen. Zudem hängt von der Decke, von einem Scheinwerfer angestrahlt: die Bomberjacke. Typ MA-1, für US-amerikanische Kampfpiloten entwickelt, wurde sie von unterschiedlichen...
Erschienen am 13.4.2026
















