Laudatio
TdZ+ ProRede zum 70. Geburtstag von T.
von Gerhard Ahrens
Erschienen in: Recherchen 179: Roter Stern in den Wolken 3 – Aufsätze, Reden, Gespräche, Gedichte. Ein Lesebuch (04/2026)
Assoziationen: Christa Tragelehn

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Jubeljahrfestgemeinde, wir brauchen uns für den Jubilar heute nicht länger zu schämen. Endlich kann ich Ihnen mitteilen, dass in der jüngsten Ausgabe des Großen Bestiariums vom Franz Blei nun endlich auch DAS TRAGELEHN aufgenommen wurde, wie auf der Zeichnung von Minks es uns überliefert und verewigt ist. Wenngleich auch, durch Streben nach Lichte, die Rampensau das Kunstwerk, Konterfei seiner selbst, zur Hälfte schon halb zerstörte. Aus den Zeiten des Bleisatzes ist uns dieser Tierjardin überliefert, und nach Aufnahme des TRAGELEHNs in das Bestiarium kann man wohl behaupten, dass keines der Tiere von einiger Wichtigkeit und Notorietät in diesem Orbis Pictus mehr fehlt – wenn auch nach den Regeln dieser Pictura und Nomenclatura dem Vermächtnis Commeniis gemäß von Blei noch zu Lebzeiten bestimmt worden ist, Theatertiere der niederen Stände, vornehmlich die Stückeschreiber und Autorenviecher Toller, Bronnen, Mohr, Brecht anzuführen überflüssig schien: Darüber wird vielleicht in zehn Jahren zu sprechen sein, wenn die Gazetten nichts mehr darüber zu sagen wissen.
Also: In der sichtbaren Welt aller vornehmen Welt-Dinge und Lebens-Verrichtungen ist DAS TRAGELEHN durch Bildung und Benamung ins Bestiarium aufgenommen worden. Es verdankt die vierbeinige Gestalt des gehörnten Schweins dem Satansbraten. Seine spitzmäulige und brillenbewehrte...

















