Arina
Eine etwas umständliche Liebeserklärung
von Robert Koall
Erschienen in: D’haus. Düsseldorfer Schauspielhaus 2016–2026 – Schauspiel – Junges Schauspiel – Stadt:Kollektiv (05/2026)

Ich kam 2016 zu Arina. Als neuer Chefdramaturg zog ich von Dresden nach Düsseldorf; ich hatte ein Jahr damit verbracht, eine Abteilung zusammenzustellen. Aus Sachsen waren die Dramaturginnen Felicitas Zürcher und Janine Ortiz der Einladung gefolgt, mit an den Rhein zu kommen. Dazu stießen Frederik Tidén und wenig später Corinna Möller. Arina aber war schon da.
Es ist unklar, seit wann. Eigentlich sollte es Unterlagen dazu geben, die einzusehen ich dann auch beantragte, aus Neugier freilich nur, die Verwaltung führt penibel und professionell Buch über die Menschen an diesem Theater. Zwar gibt es eine Akte Arina, sehr weit hinten im Schrank, doch die darin versammelten Schriftstücke und Dokumente sind verwirrend und unzuverlässig, sie widersprechen einander, brechen nach wenigen Seiten ab, vieles ist in kyrillischer Schrift verfasst, es gibt Querverweise und ergänzende Post-its. Wohl hat Arina in ihrer Heimat in Moskau studiert, Russische Philologie, um genau zu sein. Dann wurde sie Mitarbeiterin der Dramaturgie des Düsseldorfer Schauspielhauses und machte sich u. a. als Übersetzerin für die Bühne einen Namen. Und durch die lange Zugehörigkeit zum Betrieb hat Arina inzwischen den Status der Unkündbarkeit erlangt. So also wurde sie Teil meiner neuen Abteilung als »Mitarbeiterin Dramaturgie«.
Als wir uns kennenlernten, fremdelten wir....

















