Editorial
Editorial
von Thomas Irmer
Erschienen in: Theater der Zeit: Theater in der Ukraine (02/2026)

Der russische Angriff auf die Ukraine, der gerade mit der Zerstörung von Anlagen für Strom und Heizung den Winter verstärkt als Waffe gegen die Zivilbevölkerung einsetzt, dauert, einmal so gerechnet, schon mehr als 1430 Tage. Für die Städte des Landes sind es die Nächte, in denen aus der Luft das Verderben kommt, mit überschallschnellen Raketen und surrenden Drohnen. Ein Ende nicht in Aussicht. Das kulturelle Leben ist, eines der perversen Kriegsziele Russlands, nicht zum Erliegen gekommen. Es ist vielmehr Teil der Abwehr und der Selbststärkung der mit den Luftangriffen belagerten ukrainischen Gesellschaft. Es gibt viel Unterstützung der verschiedensten Art, aber auf dem Gebiet des Theaters zu wenig echte und nachhaltige internationale Kooperation, stellt Asia Pavlenko, Programmkoordinatorin für Performing Arts am Ukrainischen Institut in Kyjiw, in ihrem Beitrag für den Ukraine-Schwerpunkt in diesem Heft fest. Ein gutes Beispiel in diesen Tagen ist das „Ukrainomania“-Projekt des Volkstheater Wien zusammen mit dem Nationaltheater Maria Zankovetska in Lviv/Lemberg. Schauspieler:innen beider Theater spielen, nachdem sich die Ensembles gegenseitig besuchten, in deutscher und ukrainischer Sprache in der Revue um Joseph Roth, der den Begriff der Ukrainomanie prägte und der manchmal mit Sehnsucht, manchmal mit Verwunderung auf seine Geburtsstadt Brody im Osten Galiziens blickte. „Ukrainomania – Revue...


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