Der Inhalt der Szene
von Dan Richter
Erschienen in: Improvisationstheater (Bd. 3) – Die Magie der Szene (10/2025)
17.1 Vereinbarungen mit dem Publikum – Inhalt oder Form zeigen
17.2 Den moralischen Gehalt einer Story erkennen
17.3 Etwas zu sagen haben
17.4 Der Wert der Sprache
17.5 Rote Linien
Jeder, der einmal eine flinke Ein-Wort-Geschichte74 erzählt hat, weiß, dass im Improtheater totaler Schrott herauskommen kann. Eine von Keith Johnstones großen Leistungen besteht darin, die Schüler bewusst Tabus brechen zu lassen, Unsinn und Obszönitäten zuzulassen und den Zensor, der uns vor bestimmten Themen oder Handlungsoptionen zurückschrecken lässt, durch radikales „Alles ist erlaubt“ zu verbannen. In „Improvisation und Theater“ gibt er das Beispiel einer gereimten Szene, in dem ein „Krüppel“ in Stonehenge geopfert werden soll!75 Und in der Absurdität dieses Im-Moment-Seins ist der mehrfache Tabubruch (Menschenopfer, Scherzen über Behinderte, das Wort „Krüppel“) durchaus gerechtfertigt. Aus theaterpädagogischer bzw. psychologischer Sicht ist es sicherlich sinnvoll, die Schüler durch diese Phasen zu schicken. Erst wenn uns klar ist, wie weit unsere Impro-Fähigkeit und -Assoziationskraft reicht, können wir frei spielen. Ich denke aber auch, dass wir, sobald wir den freien Flow gefunden haben, ein Gefühl dafür entwickeln sollten, was wir auf der Bühne sagen, erzählen oder zeigen wollen.
17.1 Vereinbarungen mit dem Publikum – Inhalt oder Form zeigen
Von einem kleinen Impro-Spiel wie...

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