Kolumne
Defending Kulturkritik
Anna Bertram hat sich in ihrer Heftkolumne mit Schwellenerfahrungen am Theater auseinandergesetzt. Ein Nachtrag.
von Anna Bertram
Assoziationen: Debatte Luzerner Theater
Erschienen am 17.2.2026
Theaterkritik ist tot, lang lebe die Kulturkritik. Wie wir über Theater sprechen, erzählt etwas darüber, wie wir mit der Gegenwart umgehen. Menschen, die über Theater schreiben, genießen dabei das Privileg, ihre Position veröffentlichen zu dürfen. Das bedeutet Deutungshoheit. Kritik ist damit eine Spielweise der alten, vielleicht zeitlosen Suche nach Wahrheit. Wobei die Maßstäbe und Beurteilungskriterien selbst umstritten sind.
Die „alte Schule“, sie würde sagen: Wir urteilen anhand des Handwerks. Folglich fragt man sich, ob der Abend technisch und formal gut gemacht ist. Hier hört man öfter Formulierungen wie „das funktioniert nicht“. Ein weiteres Kriterium wäre die Ästhetik, die sich vom Handwerk unterscheidet, indem sie fragt: Was bedeutet das, was da gut gemacht ist – und interessiert es mich? Wie verhält es sich zu der Welt, in der wir leben? Formsprache und Wirkung werden hier analysiert. Dann gibt es politische Kriterien, darunter zum Beispiel die Frage nach Zugänglichkeit und Repräsentation. Und weiter ist da die institutionelle Ebene, über die man sprechen kann, wie den Einbezug von Programmatik und Finanzierung. Die Gewichtung dieser Kriterien ist uns überlassen. Für welche Balance wir uns entscheiden, sagt nicht nur etwas über uns aus, sondern auch darüber, wie wir mit der Gegenwart umgehen.
Da war neulich...
Erschienen am 17.2.2026


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