Bericht
TdZ+Theater in Bulgarien
von E. Raslogoff
Erschienen in: Theater der Zeit: Theaterwissenschaft – Wissenschaft vom Leben (01/1948)
Assoziationen: Europa
Das bulgarische Theater hatte von dem faschistischen Regime ein schlechtes Erbe übernommen. Besonders radikal waren reaktionäre Maßnahmen während des zweiten Weltkrieges und der Okkupation durchgeführt worden. Von den Theaterspielplänen wurden alle demokratischen Bühnenstücke gestrichen und zweifelhafte Machwerke, die ganz offen den Faschismus und seine „Neuordnung“ priesen, in jeder Weise gefördert. Schauspieler, die der Sympathie für fortschrittliche Ideen verdächtig waren, wurden verfolgt, Repressalien ausgesetzt und in Konzentrationslager geworfen. Die faschistische Diktatur brachte einen Verfall des bulgarischen Theaters.
Die Regierung der Vaterländischen Front scheute keine Mühe und sparte keine Mittel, das bulgarische Theater so aufzubauen, daß es einen würdigen Platz in der jungen Volksrepublik einnehmen konnte. Dabei kam es vor allem darauf an, das Netz der formalästhetischen bürgerlichen Anschauungen zu zerreißen und das Theater auf den Weg einer wahrhaft realistischen Volkskunst zu lenken, die aus der heroischen Gegenwart des neuen Bulgariens schöpfen konnte.
Die Opern- wie auch die Schauspielbühne Bulgariens verfügt über hervorragende Kräfte; Sänger wie Christo Brymbaroff, Ilka Popowo, Nelli Karowa, Ilja Josifoff und Schauspieler wie Christo Sarafoff, Iwan Dimoff sind hier an erster Stelle zu nennen.
Durch die bulgarische Regierung wurde viel getan, um die Verbindung des bulgarischen Volkes mit den übrigen slawischen und andern demokratischen Ländern auf dem Gebiete...
















