Der Dichter und Dramatiker Peter Hacks war ein in jeder Hinsicht außergewöhnlicher Mensch – und als solcher pflegte er sich auch zu inszenieren. Die Wohnung in der Schönhauser Allee in Berlin war mit ausgesuchten Möbeln aus vorigen Epochen ausgestattet, mit Kronleuchter und im Raum verteilten Statuen. Dort gab es neben Wohnräumen einen Salon und eine Bibliothek. Auch auf der Fenne in Groß Machnow, dem Sommerhaus, wurden Formfragen vor- und nicht nachrangig behandelt. Ein Barock-, ein englischer und ein mediterraner Garten wurden angelegt, Statuen in Auftrag gegeben, und in einem eigens geschaffenen Teich tummelten sich die Koikarpfen. Später kamen gar drei Pfauen hinzu. Solcher Wille zur Inszenierung trug Hacks zu Teilen Hohn und Spott ein, und er war selbst nicht schlecht im Austeilen von beidem. Für Hacks war das Leben selbst eine Formfrage – und er hielt es in der Kunst nicht anders. Formlosigkeit lehnte er in der einen wie der anderen Sphäre ab. Form bedeutet Steigerung des Genusses.
Die Grundlage dafür war für Hacks die bewusste Produktion. Das betraf zunächst die eigene künstlerische. Kaum ein Drama von Hacks, dem nicht ein Essay mit Reflexionen beigestellt ist. Bewusste Produktion schätzte Hacks aber auch im Gesellschaftlichen. Deswegen verlegte er Mitte der fünfziger...