Tagebucheinträge
Erschienen in: Hell ist die Nacht – Eine Dokumentation (12/2025)

Der Fliegeralarm trieb uns am Abend wieder in
den Keller. Wir saßen schon einige Zeit dort unten,
als Hausbewohner, die sich oben aufhielten,
in den Keller kamen und aufgeregt erzählten,
dass der Himmel über dem Luitpoldkrankenhaus
blutrot sei.
Tagebucheintrag von Georg Götz, 8 Jahre
(Würzburg, 24. Februar 1944)
Vor zwei Tagen wurde ein Attentat auf Hitler verübt!
Und er lebt noch! Warum musste es fehlschlagen?
Die Offiziere, die den Attentatsversuch unternahmen,
sind fast alle gefangen worden. Die meisten wurden
erhängt.
Tagebucheintrag von Ortrun Koerber, 19 Jahre
(Würzburg, 22. Juli 1944)
Inzwischen war es September geworden, ich ging
wieder zur Schule. Der Unterricht fand immer
häufiger im Keller statt, aber trotzdem entwickelte
man fast ein Gefühl von Unangreifbarkeit unserer
Stadt. Wir hatten keine nennenswerte Rüstungsindustrie,
dazu die vielen Kunstdenkmäler – warum
sollte man uns schon bombadieren?!
Tagebucheintrag von Ilse Schiborr, 17 Jahre
(Würzburg, September 1944)
Bei Fliegeralarm musste man in den Luftschutzkeller, sonst wäre man ja angezeigt worden. Die Straße – also die Bibrastraße Nummer 19, in der wir gewohnt haben – war nur fünf Meter breit. Da waren wir sofort hier drin im Keller, nur einmal über die Straße. Ich erinnere mich auch noch, wie unser Haus da drüben um...















