Monologe und die vierte Wand
von Dan Richter
Erschienen in: Improvisationstheater (Bd. 3) – Die Magie der Szene (10/2025)
22.1 Wahre Monologe
22.2 Szenische Monologe
22.3 Unkonstruktives Brechen der vierten Wand
Dass in einer Story oder einer Szene die vierte Wand durchbrochen wird, ist für Generationen, die mit dem Medium Film aufgewachsen sind, eher ungewohnt, vor allem da Spielfilme sich nur selten aus der bequemen Narrativ-Ecke wagen. Im Theater, und vor allem im komischen Theater, hat das Brechen der vierten Wand eine lange Tradition,96 in die sich das Improtheater mit einigen Formaten und Stil-Elementen einreiht. Improtheater verweist zwar während des Spielens ohnehin immer wieder auf sich selbst: Die Zuschauer betrachten nicht nur die Szene, sondern auch die Erschaffung der Szene. Andererseits gibt es auch den gezielten Bruch. Diesen wollen wir hier betrachten.
Monologe, die man als Spieler hält, sind abgesetzt von der Moderation aber auch von der gespielten Szene. Sie brechen gezielt die Fiktion. Der Schauspieler spricht hier nicht als Figur, sondern in der Person des Schauspielers selbst. Die Maske wird sozusagen abgenommen. Gerade durch diese Direktheit, Nacktheit und Unverfälschtheit verbreitet der wahre Monolog seinen Charme. Der Zuschauer ist noch näher an den Schauspielern und ihrem Denken dran. Die Wahrheit ist sozusagen greifbar. Der wahre Monolog wird derzeit im Improvisationstheater häufig als Initiation und Inspiration für das Collagen-Format...

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