Typen von Konflikten
von Dan Richter
Erschienen in: Improvisationstheater (Bd. 3) – Die Magie der Szene (10/2025)
13.1 Der zwischenmenschliche Konflikt
13.2 Der innere Konflikt (Mensch versus Ego)
13.3 Die Tücke des Objekts (Mensch versus Gegenstand)
13.4 Mensch gegen höhere Gewalt
13.5 Mensch versus Gesellschaft
In Schauspielschulen und Kreativ-Schreiben-Klassen wird der Konflikt nach wie vor als das zentrale Element einer Story oder einer Szene dargestellt. Ich möchte dem nicht uneingeschränkt zustimmen. Konflikte erzeugen zwar eine große Spannung, aber man muss nur an den Film Titanic mit Leonardo di Caprio und Kate Winslett denken, um zu erkennen: die markantesten zwischenmenschlichen Szenen sind nicht die wiederkehrenden Konflikte zwischen Rose und ihrem tyrannischen Gatten, sondern die beiden Szenen mit Jack am Bug des Schiffes – einmal mit seinem Freund („I’m the king of the world!“) und einmal mit seiner Geliebten Rose. Ein Thriller hingegen oder eine rasante Komödie braucht weniger Entspannung und dafür immer wieder neue Konflikte unterschiedlicher Art. Mit anderen Worten: Es hängt vom Genre ab, in welchem Verhältnis Konflikt und Entspannung stehen.
Noch eine Anmerkung zu Sofort-Konflikten: Wir haben es schon beim Thema Plattformen gesehen: Konflikte brauchen ihre Zeit, um sich zu entfalten. Konflikte ergeben sich aus den verschiedenen Zielen der Figuren. Diese müssen sich aber erst einmal entwickeln.
Stellen wir uns folgende Ausgangssituation vor:
Magda steht vorm...

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