Intime Szenen
von Dan Richter
Erschienen in: Improvisationstheater (Bd. 3) – Die Magie der Szene (10/2025)
12.1 Funktion der intimen Szene
12.2 Wie man eine intime Szene spielt
Wo Streit- oder Kampfszenen von einem Aufeinanderprallen geprägt sind, wirken intime Szenen wie ein vorsichtiges Annähern. In beiden Fällen haben wir es mit Grenzüberschreitungen zu tun, aber einmal hart und aggressiv und hier sanft und zart.
12.1 Funktion der intimen Szene
Intime Szenen zeigen die Annäherung zweier Personen. Die physische steht aber auch symbolisch für die seelische Annäherung: Wem man sich körperlich öffnet, dem vertraut man. Emotionen übertragen sich meist direkt aufs Publikum, und daher hat die intime Szene das Potential, beim Zuschauer Vertrauen, Verletzlichkeit und Zuneigung zu erzeugen, und zwar zur Szene und ihren Protagonisten.
Die intime Szene ist dann intensiv, wenn es vorher zwischen den Charakteren Distanz gegeben hat. Im Genre der Liebeskomödie zum Beispiel, in der das Paar sich immer wieder umkreist, gibt es regelmäßig ein Schluchzen im Publikum, wenn sich die beiden am Ende doch kriegen.56
12.2 Wie man eine intime Szene spielt
In der Gruppe müsst ihr euch einig sein, wieviel körperliche Nähe erträglich ist. Das kann auch individuell variieren. Für Anna mag ein Bühnenkuss in Ordnung sein, für Rosie hingegen nicht. Respektiert die Grenzen des Anderen. (Somit ist natürlich auch...

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