Tagebucheintrag 1945
von Heinrich Rieger
Erschienen in: Hell ist die Nacht – Eine Dokumentation (12/2025)

Am rechten Knie hatte ich immer Schmerzen. Beim Durchstreifen der Wälder hatte ich immer einen Kriegsstock dabei. Ende Februar kamen wir zum Einsatz bis an die italienische Grenze. Später überschritten wir die Grenze nach Italien bis Udine nicht weit von Triest. Als wir wieder nach Domschale zurückkamen, hatten mehrere Kameraden Läuse aufgegabelt und ich war auch dabei. Wir mussten nach Laibach zur Entlausung. Anfang April wurde ich dann vom Sanitäter nach Laibach geschickt, ich war drum und dran mich operieren zu lassen. Dort sprach ich mit einem Soldaten, der riet mir absolut davon ab, weil er Kameraden kennt, wo die Operation schiefgegangen ist. Er ermahnte mich auch, der Russe steht bald in Österreich. Ich habe mich belehren lassen und fuhr sofort nach Domschale zurück. Auf der Sanitätsruhe wurde ich weiter behandelt. Durch die Ruhe wurde mein Knie besser und ich kam wieder zum Einsatz. Es war der 1. Mai. Wir lagen in einem kleinen Dorf und wurden beschossen. Im Radio hörten wir, Hitler ist tot. Die Partisanen drängten mit Geschützfeuer nach. Es war nur noch ein Blitzen und Donnern. Der Rückzug begann. Alles was wir hatten, Stahlhelm, Munition, Waffen warfen wir neben die Straße.















