Kolumne
TdZ+Ich sehe auf Leitungspositionen im Theater keine Feminist*innen, aber viele Karrierist*innen
von Mateja Meded
Erschienen in: Theater der Zeit: Russische Theaterkünstler im Exil (10/2026)
Assoziationen: Debatte

Ein Zeichen des aufkommenden Faschismus ist das Verschwinden von Feminist*innen aus den Institutionen. Auch aus dem Theater.
Ich hab mal geschrieben: „Das neue Patriarchat sind weiße Frauen, die sich wie weiße privilegierte Alphamänner verhalten, beziehungsweise Frauen, die zu Minderheiten gehören, die sich wie diese weißen Alphafrauen, die sich wiederum wie diese Alphamänner verhalten.“ Es geht darum, wie weißer Feminismus zu neoliberalem Girlboss-Feminismus mutiert ist, dem Race, Class und Gender egal sind.
Je höher der Posten an einem prestigeträchtigen Haus, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dort eine*n Feminist*in zu finden. Stattdessen sitzen da Frauen*, die sich beugen. Aus Karrieregründen. Aus Existenzangst. Deshalb hier eine Liste für feministisches Arbeiten.
1. Du bist Intendant*in? Welches Geschlecht, welche Klasse, welchen Hintergrund haben deine Dramaturg*innen? Wie sieht die Prozentzahl aus?
2. Stell dich nicht dumm. Wir alle in der Branche wissen, wer die toxischen und wer die MeToo-Männer sind. Hör sofort auf, mit ihnen zu arbeiten. Hör auf, sie zu supporten. Hör auf, sie zu verteidigen.
3. Ghosting – besonders von Künstler*innen aus marginalisierten Gruppen und aus der Arbeiter*innenschicht – ist der Bodensatz der Menschlichkeit.
4. Wenn du Scheiße gebaut hast: Entschuldige dich. Und dann ändere dein Verhalten.
5. Wenn dich jemand verletzt und sich entschuldigt...
















