Zur Funktion des propriozeptiven Sinns: Heinrich von Kleist, Unwahrscheinliche Wahrhaftigkeiten
Mit Sonagrammen
von Helmut Becker
Erschienen am 16.2.2026

Anders als bei den ersten drei Varianten weichen die Erscheinungsbilder des dritten und des vierten Diagramms schon auf den ersten Blick deutlich voneinander ab. Im dritten Diagramm (das auf dem zweiten Blatt als linkes Diagramm wieder auftaucht) überwiegt eine »Kompaktheit«, im vierten Diagramm eine ausgeprägte »Durchfurchtheit«; vertikale und horizontale Lücken durchziehen das Klang-Bild. Das bedeutet: ganze Frequenzbereiche des Gesamtspektrums sind klanglich nicht repräsentiert! Die rechts nur angedeuteten Frequenzbänder verbleiben (trotz stimmlicher Anstrengung!) mit einer punktuellen Ausnahme im energetisch schwachen Grünbereich und gehen damit nicht über den Bereich von 35 Hz hinaus.
Das linke Bild imponiert, wie erwähnt, durch ein rot gefärbtes, energiereiches (40–45 dB) und tieffrequentes vertikales Grundton-Frequenzband (170 Hz). Dieses wird flankiert von einem weiteren hochenergetischen Frequenzband (1. Formant) in mittlerer Lage (350 Hz). Im Moment des Stimmeinsatzes wird das Stimmspektrum (horizontal ablesbar), wie schon erwähnt, weit ausgreifend angesprochen, nämlich im Bereich von 120 bis 3960 Hz.
Diese wideness, mit energetischer Betonung auf dem unteren und mittleren Bereich des Stimmspektrums, ist akustisch erfahrbar als reiches und gewichtiges Timbre. Es reduziert sich in der rechten, stimmlich angestrengten Variante auf ein Teil-Spektrum zwischen150 und 1660 Hz. Erkennbar ist lediglich ein schwach angedeuteter, deutlich höher liegender 1. Formant bei 420...
Erschienen am 16.2.2026
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