Essay
Die dritte Raumzeitmaterialisierung
von Kevin Rittberger und Teresa Kovacs
Erschienen in: Der Messingkauf im Curazän – Eine Ästhetik der Verschränkung (02/2026)

Leider ist der schöne Garten, hoch über der Küste gelegen
Auf brüchiges Gestein gebaut, Erdrutsche
Nehmen ohne Warnung Teile plötzlich in die Tiefe. Anscheinend
Bleibt nicht viel mehr Zeit, ihn zu vollenden.(Bertolt Brecht)
Ohne Zweifel gibt es diesen neumaterialistischen Turn in der Kunst, im Theater, auch im Film. Seit einem Jahrzehnt stapeln sich die Vorschläge, in denen es auch um das Myzel von Pilzen geht, um den Borkenkäfer oder Ähnliches. Und nicht selten frage ich mich, wovor wir Menschen fliehen, wenn es dann nur noch um die Agency von irgendwelchen Lebewesen geht, denen wir nun eine Plattform bieten und uns am liebsten zum Verschwinden bringen. Aber dann sitzt du ja am Ende doch wieder als Mensch im Publikum, schaust anderen Menschen zu und hast vielleicht mal eine Topfpflanze auf dem Schoß und einen Subwoofer unterm Hintern.
Also diese Hinwendung zur Natur hat meines Erachtens in dieser europäischen oder westlichen Tradition eine Tendenz zum Einzelgängerischen.
Anna L. Tsing erzählt, wie sich die Menschen in West-Papua, von den Palmölplantagen in die Enge getrieben, unter eine Sago-Palme setzen, mit nacktem Arsch, und nun mit den Wurzeln des Baumes kommunizieren. Und dann treffen sie eine Entscheidung. Tsing ist Anthropologin. Das ist eigentlich die...


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