Theater der Zeit

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Vorwort

Erschienen in: Arbeitsbuch 2018: Der Dinge Stand – Zeitgenössisches Figuren- und Objekttheater (06/2018)

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Wie kaum ein anderes Genre der darstellenden Künste hat das Figuren- und Objekttheater in den vergangenen Jahren neue ästhetische Felder erobert und erfolgreich neue Räume besetzt. Puppenspieler*innen gehörten zu den ersten Kunstschaffenden, die interdisziplinäre Inszenierungsansätze, postdramatische Dramaturgien und internationale Kollaborationen etablieren und, zumindest im Festivalbetrieb, durchsetzen konnten. Blickt man heute auf die Bühnen im deutschsprachigen Raum, so sind die Puppe, das Objekt und weitere nichtmenschliche Akteur*innen kaum noch von ihnen wegzudenken.

18 Jahre nach dem von Silvia Brendenal im Verlag Theater der Zeit herausgegebenen Arbeitsbuch „Animation fremder Körper“ scheint uns die Zeit reif, die zeitgenössischen Formen des Figuren-und Objekttheaters erneut zu befragen. War der künstlerische Diskurs um das Genre in den letzten Jahren vor allem von ästhetischen Fragen bestimmt, wollen wir nun mit „Der Dinge Stand“ eine inhaltliche Perspektive vorschlagen und die vielschichtigen Verbindungen der performativen Spielformen und -materialien des Figuren- und Objekttheaters zu gesellschaftlichen und politischen Phänomenen untersuchen.

Im vorliegenden Band stellen die Autor*innen diverse künstlerische Positionen zu aktuellen Diskussionsfeldern vor: Die vertretenen Künstler*innen beschäftigen sich in ihrer Arbeit mit der Digitalisierung ebenso wie mit Protestkulturen, sie verhalten sich zu Körperbildern und Themen wie Heimat und Migration oder erforschen Erinnerungsund Identitätspraktiken.

Uns war es ein Anliegen, Künstler*innen in dieses Arbeitsbuch aufzunehmen, von denen wir denken, dass sie das Genre und seine Diskurse im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren geprägt haben oder in den nächsten Jahre prägen werden – in Theatern und Produktionsorten, in institutionalisierten und freischaffenden Zusammenhängen, auf Festivals und nicht zuletzt im Kontext der herausgebenden Institutionen Schaubude Berlin und Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst in Bochum. Dass darunter einige internationale Positionen vertreten sind, ist in einer weltweit so gut vernetzten Szene selbstverständlich – genauso wie die Zweisprachigkeit dieser Publikation. Wir hoffen, dass das Buch bei unseren Leser*innen die Lust entfacht, eine besondere Theaterform näher kennenzulernen und neue Einblicke in ihre aktuellen Entwicklungen zu erhalten.

Bedanken möchten wir uns bei allen, die dieses Arbeitsbuch ermöglicht haben: Bei den Künstler*innen und Autoainnen, dass sie ihre Gedanken, Empfindungen und Ideen mit uns teilen, beim Konzeptionsteam Seta Guetsoyan, Silke Haueiß und Christina Röfer für die großartige, intensive Zusammenarbeit, bei den unterstützenden Kolleg*innen im Deutschen Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst, in der Schaubude Berlin und in der Kulturprojekte Berlin GmbH und natürlich bei unseren Ansprechpartner*innen in der Redaktion von Theater der Zeit, insbesondere bei Jakob Hayner, und bei Kerstin Bigalke für das Layout.

Eine inspirierende Lektüre wünschen
Annette Dabs und Tim Sandweg

Few genres of performing arts have so consistently conquered new aesthetic fields and successfully occupied new spaces in recent years as figure and object theatre. Puppeteers were among the first artists to establish interdisciplinary approaches to productions, post-dramatic dramaturgies and international collaborations and, at least in festivals, see them through. When you look at performance spaces in German-speaking Europe now, it is difficult to imagine them without the puppet, the object and other non-human actors.

Eighteen years after Silvia Brendenal brought out the workbook Animation of Foreign Bodies for Theater der Zeit, we feIt the time was right to once again investigate contemporary forms of figure and object theatre. While the artistic discourse around the genre has been largely determined by aesthetic issues, with The State of Things we wanted to propose a more content-based perspective and investigate the complex connections between performative forms and materials of figure and object theatre, and social and political phenomena.

In this volume, the writers introduce diverse artistic positions on current fields of discussion. The artists represented use their work to examine everything from digitalisation to protest cultures, they position themselves on body image and issues like horne and migration, and they explore practices of memory and identity.

Our aim was to include artists in this workbook who we think have most influenced the genre and its discourse in German-speaking Europe in recent years, or will influence it the years to come – in theatres and production sites, in institutional and independent contexts, at festivals and not least in the context of the publishing institutions Schaubude Berlin and Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst in Bochum. Naturally this includes numerous international positions, as given in such a globally connected scene and something reflected in this bilingual publication. We hope that this book inspires readers to look more closely at a special form of theatre and to gain new insights into its current development.

We would like to thank all those who made this workbook possible: the artists and writers who shared their thoughts, perceptions and ideas with us; the conception team of Seta Guetsoyan, Silke Haueiß and Christina Röfer for wonderful and intensive collaboration; our supportive colleagues at the Deutsche Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst, at the Schaubude Berlin and at Kulturprojekte Berlin GmbH; and naturally our partners at Theater der Zeit, particularly Jakob Hayner, and Kerstin Bigalke for the layout.

We hope this proves an inspiring read.
Annette Dabs and Tim Sandweg

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