Rezension
Was wir wirklich sehen
„Making Meaning in Puppetry“ eröffnet Perspektiven
von Mascha Erbelding
Assoziationen: Buchrezensionen Puppen-, Figuren- & Objekttheater

Schon oft wurde in wissenschaftlichen Publikationen das Zusammenwirken von Puppe, Publikum und Puppenspieler*in im Animationsprozess beschrieben. Allerdings standen bei der Analyse oft mehr der gesprochene Text, theoretische Rahmungen, gesellschaftliche und historische Kontexte oder die Künstler*innen im Fokus - so die These der Herausgeberinnen des vorliegenden Bandes, Dassia N. Posner, Claudia Orenstein und Alissa Mello. „Making Meaning in Puppetry“ versammelt Artikel, die methodologisch andere Wege gehen und die Puppe und ihre Materialität, den Animationsprozess und die Wahrnehmung der Zuschauenden in den Mittelpunkt stellen – mit erstaunlichen Ergebnissen. Entstanden aus regelmäßigen Treffen in Folge des „Routledge Companion to Puppetry and Material Performance“, den Orenstein und Posner 2014 mit John Bell herausgegeben hatten, sollen die Artikel vor allem Denkanstöße geben und Fragen stellen. In der Einleitung des Buches wird William Kentridge zitiert: „Puppeteering makes apparent things that we know but we don’t really see.“ Den Aufsätzen des klug zusammengestellten Bandes gelingt es ebenfalls, den Leser*innen in drei Über-Kapiteln – „Materials“, „Practice“ und „Perception“ – die Augen für neue Blickweisen zu öffnen. Einige Beispiele aus den 17 Artikeln seien hier aufgeführt.
So untersucht Posner in ihrem Beitrag historische Figuren der Avantgarde-Künstlerin Alexandra Exter (1882–1949), die sie 1926 zusammen mit der Künstlerin Nechama Szmuszkowicz (1895–1977)...
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