Theater der Zeit

Der Anfang ist nah. Über Pluralität in der Kunst

von Max Czollek

Erschienen in: Kampnagel Hamburg. 40 Jahre Widerspruch – Workbook zum Jubiläum (07/2024)

Konferenz zur Kanonzerstörung, 2021
Konferenz zur Kanonzerstörung, 2021Foto: Max Czollek

Wir müssen noch einmal über dieses eigenartige Adjektiv »politisch« reden, wenn es um Kunst geht. Und ich würde die Sache gern gleich zu Beginn umdrehen: Die Frage ist doch gar nicht, warum sich Texte, Inszenierungen, Kunstwerke mit Gegenwart und Gesellschaft befassen, sondern warum sie manchmal von sich behaupten, es nicht zu tun. Ist doch eine eigenartige Idee, oder? Ich zumindest kann mir keine künstlerische Arbeit denken, die nicht auf die eine oder andere Weise Teil der Gegenwart ist, in der sie entsteht. Und das ist erst einmal keine Bewertung, sondern ein Befund. In diesem Sinne verstehe ich Kunst auch weniger als Heilung und mehr als Anamnese der Zeit, in der wir leben, als Beschreibung der Fieberkurve unserer Gesellschaft. Wenn also plurale Perspektiven in der Kunst zunehmend eine Rolle spielen, dann ist das vor allem Ausdruck davon, dass sich die Gesellschaft verändert. Dass viele diese Veränderung als eine Neuerung und Besonderheit im künstlerischen Feld erleben, verweist nicht nur auf die Kunst, sondern auch auf die übrigen gesellschaftlichen Strukturen, die offenbar träger sind und diese Veränderung langsamer nachvollziehen. Die Feststellung einer Pluralisierung der Kunst ist auch eine Feststellung der Nicht-Pluralisierung oder der langsameren Pluralisierung von Politik, Verwaltung, Bildungsinstitutionen usw.

Ein zweites Thema...

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