Meldung (Das Wichtigste vom Tag)
Freitag, 09. Oktober 2026
Karin Beier bleibt bis 2031 Intendantin am Deutschen Schauspielhaus ++ Bayerischer Kunstförderpreis für Mehdi Salim ++ Stadt kauft Teilvorlass von Elfriede Jelinek ++ Freunde des Hessischen Staatsballetts zeichnen zwei Tänzer:innen aus
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Hamburg: Karin Beier bleibt bis 2031 Intendantin am Deutschen Schauspielhaus
Der Aufsichtsrat des Deutschen Schauspielhauses Hamburg hat in seiner Sitzung am 7. Oktober einstimmig für die Verlängerung des Vertrags von Intendantin Karin Beier bis zum 31. Juli 2031 gestimmt, wie die Hansestadt Hamburg berichtet. Beier leitet das größte deutsche Sprechtheater seit 2013. Hamburgs Senator für Kultur und Medien Carsten Brosda würdigt, sie setze mit ihren eigenen Regiearbeiten künstlerische Maßstäbe und führe zugleich das ganze Haus mit großer programmatischer Kraft und Klarheit.
Beier, 1965 in Köln geboren, ist seit den späten 1980er Jahren als Regisseurin tätig. 1994 war sie erstmals mit einer Düsseldorfer Inszenierung von „Romeo und Julia“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Es folgten sechs weitere Einladungen, zuletzt 2024 mit „Laios“ von Roland Schimmelpfennig als Solo mit Lina Beckmann. Vor ihrer Zeit in Hamburg leitete Beier von 2007 bis 2013 das Schauspiel Köln. Ihre jüngste Inszenierung, der Antiken-Marathon „Fremde Sonne“ von Schimmelpfennig, kam vor wenigen Tagen in Hamburg heraus. Der Zyklus ist Nachfolger von „Anthropolis“, zu dem „Laios“ gehörte.
Augsburg: Bayerischer Kunstförderpreis für Mehdi Salim
Mehdi Salim, Mitglied des Schauspielensembles am Staatstheater Augsburg, erhält den Bayerischen Kunstförderpreis 2026 in der Sparte Darstellende Kunst und Tanz, wie das Haus mitteilt. Die Preisverleihung findet am 12. November 2026 in München statt. Salim, Jahrgang 1995, ist seit 2024 am Staatstheater Augsburg fest engagiert. Er sei dankbar für die Würdigung durch eine Fachjury, sagt er, und verweist darauf, den Preis auch allen zu verdanken, die in den vergangenen Jahren mit ihm Theater gemacht haben. Staatsintendant André Bücker hebt Salims Bühnenpräsenz, darstellerisches Können und Wandlungsfähigkeit hervor.
Der Freistaat Bayern verleiht die Kunstförderpreise seit 1965 jährlich in vier Sparten. Der Preis ist für Einzelpersonen mit jeweils € 7.000 dotiert. In der Sparte Darstellende Kunst und Tanz werden 2026 außerdem Naffie Janha (Residenztheater München), Annelie Straub (Schauburg München), Anna Tetruashvili (Gärtnerplatztheater) und Abigail Weber (Staatstheater Nürnberg) ausgezeichnet. Aktuell ist Salim am Staatstheater Augsburg unter anderem in „Mord im Orientexpress“ und „Für euch“ zu sehen. Im Familienstück „Der Zauberer von Oz“ (Premiere am 28. November 2026) spielt er den Strohmann.
Wien: Stadt kauft Teilvorlass von Elfriede Jelinek
Die Stadt Wien kauft das erhaltene literarische Archiv der Autorin Elfriede Jelinek, wie der Standard berichtet. Jelinek wird diesen Monat achtzig Jahre alt. Das Archiv reicht von ihren publizistischen Anfängen bis in die Nullerjahre. Für den Ankauf sind € 600.000 veranschlagt. Offiziell handelt es sich um einen Teilvorlass mit Manu- und Typoskripten, Korrespondenzen und Dokumenten. Er geht an die Wienbibliothek im Rathaus, wo er wissenschaftlich erschlossen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig lobte den Ankauf: Jelinek sei eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen unserer Zeit, ihr Werk werde auf der ganzen Welt gelesen, gespielt und diskutiert. Kritik kam vom Kultursprecher der Wiener FPÖ, der den Ankauf laut Standard als Provokation für alle Wiener:innen bezeichnete, die sich das Leben nicht mehr leisten könnten, sowie für die unter der Sparpolitik leidenden Kulturschaffenden. Der vereinbarte Preis liegt demnach bei weniger als einem Drittel dessen, was die Nationalbibliothek vor vier Jahren für den Nachlass Thomas Bernhards bezahlt hat: € 2,1 Millionen.
Darmstadt: Freunde des Hessischen Staatsballetts zeichnen zwei Tänzer:innen aus
Zum fünften Mal werden zwei Tänzer:innen des Hessischen Staatsballetts mit dem „Preis der Freunde des Hessischen Staatsballetts e.V.“ ausgezeichnet, wie der Verein mitteilt. Die Preisverleihung findet am Sonntag, 18. Oktober 2026, im Großen Haus des Staatstheaters Darmstadt im Anschluss an die Vorstellung von „Nachtträume“ statt. Gewürdigt werden Künstler:innen, die das Publikum durch ihre Bühnenpräsenz, ihre künstlerische Entwicklung und ihre Vielseitigkeit besonders begeistern.
Der Preis ist mit jeweils € 1.000 dotiert. In diesem Jahr wird die Auszeichnung durch eine Spende der Sparkasse Darmstadt und Dieburg ermöglicht. Im Anschluss an die Verleihung lädt der Verein zu einem Empfang ins Foyer des Großen Hauses ein, bei dem die Preisträger:innen geehrt und zugleich das zehnjährige Bestehen des Vereins gefeiert werden.
Die „Freunde des Hessischen Staatsballetts“ begleiten das Hessische Staatsballett seit zehn Jahren. Unter dem Motto „erleben, fördern, bewegen“ unterstützt der Verein die Ballettcompagnie, fördert Tanz und Ballett in der Region und bringt Tanzbegeisterte aus Darmstadt und Wiesbaden zusammen.
Redaktionsschluss: 15:09 Uhr
Erschienen am 9.10.2026





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