Gespräch
Gespräch mit einem Autor und Regisseur aus Berlin
von Kevin Rittberger und Teresa Kovacs
Erschienen in: Der Messingkauf im Curazän – Eine Ästhetik der Verschränkung (02/2026)

Wir haben vorhin darüber nachgedacht, wie das Mehr-als-Menschliche am Theater erscheinen kann. Wir haben in dem Kontext bislang vor allem über Pflanzen gesprochen. Aber wie ist das mit den Tieren? Wie können Tiere sichtbar werden, ohne sie einfach als Hintergrund der menschlichen Akteur:innen zu zeigen? Du hast doch ein Stück entwickelt, wo auch Pottwale zu Wort kommen, nicht? Wie genau können wir uns das vorstellen?
Na ja, wir hören zunächst mal vom Band die Klickgeräusche von Pottwalen. Und die meisten werden nicht wissen, was sie hören. Eine Schauspielerin tritt auf, bekommt Licht und lässt, von uns abgewendet, eine Ratsche erklingen. Es handelt sich um eine Doppelratsche aus Holz, dieses Kinderspielzeug. Je nachdem, wie schnell oder langsam die Ratsche bewegt wird, d. h. im Kreis bewegt wird, um die beiden schwingenden Blätter mit dem Zahnrad in Kontakt zu bringen, fällt das Geräusch aus. Mal hören wir eher Einzeltöne, sich steigerndes Stakkato bis hin zum „Ratschen“, die ununterscheidbar schnelle Abfolge von Einzeltönen, gleich einem ratternden Reißverschluss. Die Ratsche macht mit Tönen das, was der Filmprojektor einst mit den Bildern machte, sie bringt sie zum Laufen. Es ähnelt verblüffend dem Klicken der Pottwale, das wir gleichzeitig vom Band hören. Dass es sich um...


.jpeg&w=3840&q=75)















