Wo die schönen Trompeten blasen
von Clemens Brentano und Achim von Armin
Erschienen in: Hell ist die Nacht – Eine Dokumentation (12/2025)

Wer ist denn draußen und wer klopfet an,
Der mich so leise, so leise wecken kann!?
Das ist der Herzallerlieble dein,
Steh’ auf und laß mich zu dir ein!
Was soll ich hier nun länger steh’n?
Ich seh die Morgenröt’ aufgeh’n,
Die Morgenröt’, zwei helle Stern’,
Bei meinem Schatz da wär’ ich gern’,
Bei meinem Herzallerlieble.
Das Mädchen stand auf und ließ ihn ein;
Sie heißt ihn auch wilkommen sein.
Willkommen lieber Knabe mein,
So lang hast du gestanden!
Sie reicht’ ihm auch die schneeweiße Hand.
Von ferne sang die Nachtigall
Das Mädchen fing zu weinen an.
Ach, weine nicht, du Liebste mein,
Auf’s Jahr sollst du mein Eigen sein.
Mein Eigen sollst du werden gewiß,
Wie’s Keine sonst auf Erden ist!
O Lieb’ auf grüner Erden.
Ich zieh’ in Krieg auf grüne Haid,
Die grüne Haide, die ist so weit!
Allwo dort die schönen Trompeten blasen,
Da ist mein Haus,
Mein Haus von grünem Rasen!
Gustav Mahler (1860–1911)
aus: Fünf Lieder aus »Des Knaben Wunderhorn« (1898)















