Als ausgebildeter Schauspieler steht Intendant Manuel Bürgin auch auf der eigenen Bühne. Foto: Judith Schlosser
Herr Bürgin, gerade steht die Forderung der Mitte-rechts-Parteien im Raum, das Theater Neumarkt zu schließen, im November 2015 stand bereits das Theater Winkelwiese auf der Kippe. Die Bürgerlichen im Zürcher Stadtparlament wollten die Subvention von 724 500 Franken bis 2019 um fast 20 Prozent auf 592 000 Franken reduzieren. Das war heftig. Doch dann wurde die Winkelwiese unter anderem dank der Stimme eines früheren Mitglieds der Schweizerischen Volkspartei gerade noch einmal verschont. Mit nur fünf Stimmen Unterschied votierte das Parlament gegen die Subventionskürzungen.
Die Linke lobte die Kellerbühne und deren „einzigartiges Nischenprofil“. Woran hatte sich die Debatte überhaupt entzündet? Die Mitte-rechts-Politiker störten sich vor allem daran, dass die Winkelwiese im Vergleich zu den Zürcher Theatern Sogar und Stadelhofen mit einem annähernd gleichen Angebot von 60 bis 100 Plätzen hohe Ausgaben bei Werbung und Drucksachen habe und zu niedrige Einnahmen aufweise.
Aber diese Häuser lassen sich doch gar nicht miteinander vergleichen. Das Theater Sogar konzentriert sich auf Inszenierungen von Theaterliteratur und szenische Lesungen, das Theater Stadelhofen auf Figurentheater. Richtig. Die Winkelwiese ist dagegen ein Haus, das vom zeitgenössischen Autorentheater ausgeht. Wir zeigen in erster Linie Eigen- und Koproduktionen mit der freien Theaterszene sowie nationale und internationale Gastspiele. Aber selbst ein Haus...