Das Wichtigste vom Tag
Mittwoch, 14. Januar 2026
Kleist-Förderpreis 2026 an Kaleb Erdmann ++ Baden-Württemberg stärkt Festspiele und Festivals ++ Projekttheater droht ab 2027 Schließung ++ AfD fordert Entlassung von Kulturstaatsminister Weimer
Assoziationen: Brandenburg Bayern Sachsen Baden-Württemberg

Frankfurt (Oder): Kleist-Förderpreis 2026 an Kaleb Erdmann
Der 31. Kleist-Förderpreis für neue Dramatik geht 2026 an Kaleb Erdmann, wie das Kleist Forum Frankfurt (Oder) mitteilt. Ausgezeichnet wird Erdmanns Theatertext „Debritz“. Die Jury hebt hervor, dass Erdmann mit großer Leichtigkeit und Präzision die Gegensätze im fiktiven Städtchen Debritz – zwischen Jung und Alt, Stadt und Land, Herkunft und Zukunftsentwürfen – in Bewegung versetze. Sein Stück entwerfe dabei ein ebenso komisches wie genau beobachtetes Panorama einer deutschen Provinzgesellschaft, in der sich politische, soziale und familiäre Konflikte in alltäglichen Situationen bündeln.
Der Kleist-Förderpreis für neue Dramatik wird seit 1996 jährlich von der Kleiststadt Frankfurt (Oder), dem Kleist Forum und der Dramaturgischen Gesellschaft vergeben und gilt als wichtige Auszeichnung für Bühnenautorinnen und -autoren am Beginn ihrer Laufbahn. Der Preis ist seit der Ausschreibung für 2025 mit 10.000 Euro dotiert und mit einer Uraufführungsgarantie an einem Partnertheater verbunden.
Stuttgart: Baden-Württemberg stärkt Festspiele und Festivals
Das Land Baden-Württemberg fördert zehn professionelle Theater- und Musikfestspiele mit Investitionszuschüssen in Höhe von insgesamt 320.000 Euro, wie das Wissenschafts-, Forschungs- und Kunstministerium mitteilt. Die geförderten Projekte haben ein Gesamtvolumen von rund einer halben Million Euro, im Schnitt übernimmt das Land etwa die Hälfte der Kosten.
Mit den zusätzlichen Mitteln sollen vor allem Investitionen in Infrastruktur, Technik und Ausstattung unterstützt werden, um die Spielstätten zukunftsfähig zu machen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Maßnahme ergänzt die bereits erhöhte laufende Festspielförderung des Landes und zielt darauf, die kulturelle Vielfalt insbesondere im ländlichen Raum dauerhaft zu sichern.
Die Fördermittel gehen an Festspiele in Bad Wildbad, Esslingen, Göppingen, Heidelberg, Heidenheim, Langenargen, Maulbronn, Schwäbisch Hall, Schwetzingen und Zwingenberg.
Dresden: Projekttheater droht ab 2027 Schließung wegen unklarer Finanzierung
Das projekttheater dresden, 1989/90 gegründet und damit die älteste Off-Bühne Sachsens, steht nach eigenen Angaben vor einer ungewissen Zukunft. Laut einer Mitteilung des Theaters soll der Freistaat Sachsen seine institutionelle Förderung ab 2027 halbieren und erwartet, dass die Stadt Dresden die verbleibenden Mittel übernimmt.
Die Stadt hat jedoch signalisiert, die zusätzlichen Gelder nicht aufbringen zu können, und eine bereits zugesagte Konzeptionsförderung mit Hinweis auf Einsparungen zurückgezogen. Vertreter des Theaters warnen, dass mit diesen Aussichten weder Planungssicherheit noch die Beantragung von Drittmitteln möglich sei, und fordern Gespräche mit Land und Stadt über den Fortbestand der Bühne.
Berlin: AfD fordert Entlassung von Kulturstaatsminister Weimer
Die AfD hat Bundeskanzler Friedrich Merz aufgefordert, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wegen mutmaßlicher Interessenkonflikte zu entlassen, wie Deutschlandfunk Kultur berichtet. Hintergrund sind Vorwürfe im Zusammenhang mit der Weimer Media Group, an der Weimer zusammen mit seiner Frau ehemals hälftig beteiligt war und die für ihren Ludwig-Erhard-Gipfel Teilnahmepakete für mehrere Zehntausend Euro angeboten und dabei mit politischem Einfluss geworben haben soll.
Nachdem sich der Freistaat Bayern von dem Gipfel zurückgezogen habe, sehe sich die AfD nach Angaben des Bundestagsabgeordneten Frömming in ihrer Kritik bestätigt. Weimer partizipiere nach Darstellung der AfD weiterhin am Erfolg der Firma, obwohl er seine Anteile einem Treuhänder übertragen habe; der Kulturstaatsminister wies die Vorwürfe mehrfach zurück, während Bundeskanzler Merz ihm zuletzt öffentlich sein Vertrauen ausgesprochen hat.
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Redaktionsschluss: 15:30 Uhr
Erschienen am 14.1.2026















