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TdZ+Heimisch werden auf der digitalen Bühne
Digitales Theater I: Chat-Games und VR-Erlebnisse
Erschienen in: Theater der Zeit: Die Spieler – Das Schauspielhaus Bochum (06/2020)
Assoziationen: Theaterkritiken Badisches Staatstheater Karlsruhe

Theaterprodukte in den digitalen Raum zu werfen, ist gar nicht so schwierig. In Lockdown-Zeiten wurden Webbrowser kurzerhand zu Schaufenstern eines ganzen Archipels von Theatermuseen. Was wurde nicht alles ins Netz geschaufelt, was jahrelang auf Festplatten und Videokassetten gespeichert war, ohne dass je ein menschliches Auge von den Inhalten Notiz genommen hätte? Als Hinweis auf die Relevanz von Theatermuseen war diese Streaming-Praxis sicherlich gut.
Die Stärken des Theaters verloren sich aber dabei. Emotionen durchdrangen nur selten die neue vierte Wand von Computerbildschirm und Smartphone-Oberfläche. Gelang dies doch, so war es meist das Werk von Künstlerinnen und Künstlern, die nicht aus purer Vorstellungsabsagenot ins digitale Wasser gesprungen waren, sondern die sich schon länger mit virtuellen und Onlineformaten auseinandergesetzt hatten.
Ganz stoisch, ohne sich von Corona beeinflussen zu lassen, zog etwa die Gruppe Onlinetheater.live ihren Projektfahrplan für „Hyphe“ durch. Ein Jahr lang dauerte die Produktion dieses Multiplayer-Theater-Games, mehrere Monate nahm allein die Programmierung der Chatplattform in Anspruch. Zugang erhielt man über einen Login an einem herkömmlichen Webbrowser. Ein Countdown zählte die Minuten zum Start herunter – und dann war man in einen kleinen Pilz verwandelt und sollte rhizomatische Beziehungen mit anderen Pilzen eingehen. Das tat man auch, und verfolgte über eine Karte, wie...
















