Zwischen Barock, Moderne und Uraufführung
Musiktheater in Heidelberg 2011 bis 2026
von Uwe Schweikert
Erschienen in: Live und in HD – Intendanz Holger Schultze 2011–2026 (04/2026)

Aufbruchsstimmung herrschte, als Holger Schultze und sein Operndirektor Heribert Germeshausen 2011 nach Heidelberg kamen. Der junge Generalmusikdirektor Cornelius Meister, der mit seinem Engagement viel dazu beigetragen hatte, den überregionalen Blick auf die Musiktheatersparte zu lenken, blieb nur noch für diese erste Spielzeit als künstlerischer Partner in Heidelberg, bevor er die nächste Stufe seiner dirigentischen Karriere absolvierte.
Dafür stand die Eröffnung des, durch die baupolizeiliche Schließung des alten Theatergebäudes notwendig gewordenen, Neubaus bevor, der mit seinen zwei Spielstätten, dem Marguerre-Saal und dem Alten Saal, gerade dem Musiktheater neue Perspektiven bot. Und es war ein Bekenntnis der Intendanz und Operndirektion, für diese republikweit beachtete Eröffnung am 24. November 2012 keines der obligatorischen Repertoirehighlights, sondern Tschaikowskys selten gespielten »Mazeppa« anzusetzen. Ulrike Schumann und Thomas Böckstiegel, die sich seit Heribert Germeshausens Wechsel nach Dortmund seit 2018 die Operndirektion teilen, führten den eingeschlagenen Weg und die damit verbundene überregionale Ausstrahlung erfolgreich weiter.
Der als Schauspielregisseur profilierte Intendant Holger Schultze trug selbst mit eigenen vielbeachteten Inszenierungen dazu bei. Franz Lehárs »Lustige Witwe« (2019) bestach durch eine lockere, ausgefeilte Dialogregie, Gioachino Rossinis »Cenerentola« (2024) war ein Publikumsrenner, gerade auch beim jungen Publikum. Und mit den szenischen Collagen – der Chor-Revue »Souvenirs, Souvenirs!« (2021) oder den Liederabenden »But...

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