Gespräch
Was macht das Theater, Wilfried Schulz?
Erschienen in: Theater der Zeit: Song of Smoke – Der Regisseur und Musiker Thom Luz (05/2015)
Assoziationen: Dossier: Was macht das Theater...? Düsseldorfer Schauspielhaus
Herr Schulz, man hat das Gefühl, Sie stehen schon jetzt, anderthalb Jahre vor Ihrem Amtsantritt als Düsseldorfer Intendant, im Fokus eines gewaltigen Interesses. Macht Ihnen das ein bisschen Bange?
Wenn das so sein sollte, macht mich das eher hoffnungsfroh, denn das große Interesse gilt ja letztlich nicht meiner Person, sondern dem Schauspielhaus, und das ist ein gutes Zeichen für die Zukunft dieses Theaters.
Mal abgesehen von den Misslichkeiten einer neuen anstehenden Sanierung des Hauses am Gustaf-Gründgens-Platz – was sind Ihre ersten Eindrücke von der Stadt und vom Theater?
Mein erster Eindruck ist, dass das Theater als Gebäude sehr präsent ist, auch in den Köpfen der Menschen, dass es aber nicht mehr als ein Ort wahrgenommen wird, an dem die wirklich relevanten Auseinandersetzungen ausgefochten werden und wo die Stadt sich trifft. Das Theater scheint aus dem Bewusstsein vieler Menschen verschwunden zu sein.
Woran könnte das denn liegen?
Natürlich hat die Diskontinuität in der Leitung dazu beigetragen. Man muss die Türen öffnen, laut trommeln, in die Stadt hineingehen, in Erfahrung bringen, was die Probleme und Bedürfnisse der Menschen sind. Das Theater muss neugierig und selbstbewusst sein und das auch zeigen. Unsere Gesellschaft ist sehr divers, da lässt sich nicht alles über einen...