Theater der Zeit

Theater der Zeit 5/2015

Song of Smoke

Der Regisseur und Musiker Thom Luz

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Editorial

Bleierne Zeit. Wer da reflexartig an Adenauer denkt, müsste sein Denken womöglich überdenken. Warum? Die Gründe liegen hier: in Berlin, Rostock und Dessau, wo eine einzigartige Volksbühnenära enden soll, nur weil ein Kulturstaatssekretär hippe Eventkultur favorisiert. Wo ein Intendant – fast (?) – demontiert wird, der enthusiastisch an die Rettung des Volkstheaters glaubt. Und wo ein erfolgreicher Theaterleiter aufgrund finanzieller Streitigkeiten geschasst wird. Drei Theater, drei Städte. Und dreimal SPD. „Das immer stärkere Gefühl, in einer ,bleiernen Zeit‘ zu leben“, schreibt Gunnar Decker in seinem Kommentar, „wird zuerst der SPD und nicht der CDU angelastet.“ Es seien Länder und Kommunen unter SPD-Kulturpolitikern, in denen „sozialdemokratische Werte (darunter das Recht auf bezahlbare Kultur und Bildung für alle!)“ aufgegeben und lang gewachsene …

Thema: who’s next?

Der Gastgeber

Der Videokünstler und Regisseur Alexander Giesche lädt mit seinen atmosphärischen Visual Poems zur Kontemplation ein

von Mirka Döring

"You can't see or hold it – In der Regie von Thom Luz wird Judith Schalanskys "Atlas der abgelegenen Inseln" zu einer utopischen Gegenwelt, die Klänge und Zeitlichkeit bunkert. Foto Karl-Bernd Karwasz

Song of Smoke

Der Zürcher Regisseur und Musiker Thom Luz erschafft vom Nullpunkt des Theaters aus Welten von gesteigerter Aufmerksamkeit

von Andreas Tobler

Foto: Karl-Bernd Karwasz

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Christopher Rüping. Foto Andreas Brueggmann

Wer die Lacher hat, hat die Macht

Der Berliner Regisseur Christopher Rüping über Humor als Waffe und die Verchaotisierung des Theaterbetriebs im Gespräch mit Dorte Lena Eilers

von Christopher Rüping und Dorte Lena Eilers

Christopher Rüping, Sie sind mit Ihrer Stuttgarter Inszenierung von Thomas Vinterbergs „Fest“ zum diesjährigen Berliner Theatertreffen eingeladen – als einer der jüngsten Regisseure. Sagt man sich da: Jetzt hab ich’s …

Foto: Andreas Brueggmann

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Kommentar

Korrigiert euch!

Fehler machen kann jeder. Aber sie korrigieren, das offenbar nicht. Liegt es daran, weil einer dazu zu dumm ist (BE-Intendant Claus Peymann über den Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner, mit der …

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Neuer Realismus

Kolumne

Managerkrankheiten

Es gibt Tage, da sieht alles sehr hässlich aus. Das heißt, man sieht sich beispielsweise plötzlich nur noch umstellt von Gespenstern – Kollegen- und Kolleginnengespenstern. Das heißt, sie sehen aus …

Ausland

Protagonisten

Reise ins Innere der Stadt

Wie unter der neuen Intendantin Susanne Abbrederis das schmerzlich zusammengeschrumpfte Wuppertaler Schauspiel aus sich selbst heraus seinen Platz im Leben der Wuppertaler sucht

von Martin Krumbholz

3. Autorenwettbewerb der Theater St.Gallen und Konstanz

Finalisten: „Hund“

Oma, Opa, Enkel: Rose, Goetz und Uwe fahren zusammen in den Campingurlaub. Bereits kurz nach der Ankunft am einsam gelegenen Platz im Wald läuft Uwe ein Welpe zu, der von …

von Sarah Trilsch

Finalisten: „Mumien“

Mamal, ehemaliger Paramilizionär und Mörder, ist verschwunden. Viv, Sozialforscherin mit einer großen Leidenschaft für Taxidermie, glaubt an Selbstmord oder sogar Mord. Vor seinem Verschwinden war Mamal Schikanen ausgesetzt, im Umfeld …

von Mehdi Moradpour

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SCORES – Insert Tanzquartier Wien

bastard CROWD [mobile]

bastardCROWD[mobile] von Choreograf und Performer Daniel Aschwanden und Medienkünstlerin Conny Zenk setzt beim alltäglichen Gebrauch von Smartphones an. In ihrer Arbeit thematisieren sie die virale Ausbreitung digitaler Kommunikationsgeräte, welche über …

von Conny Zenk und Daniel Aschwanden

Auftritt

Lausanne: Die Popcornfrau

Théâtre Vidy-Lausanne: „Cinéma Apollo“ von Michel Deutsch und Matthias Langhoff frei nach Alberto Moravias Roman „Die Verachtung“. Regie Matthias und Caspar Langhoff, Ausstattung Catherine Rankl

von Maurice Taszman

Stück

Kings

Anmerkungen zum Stück: / bedeutet, dass mehrere Repliken gleichzeitig bzw. von mehreren Figuren gemeinsam gesprochen werden; – am Satzende, dass die Replik an dieser Stelle von der nächsten unterbrochen wird. …

von Nora Haakh und Nora Abdel-Maksoud

Magazin

Vor, tick. Zurück, tack. Und wieder vor, tick – Henri Hütt sucht in seiner Techno-Performance „Rhythm is a Dancer“ nach seinem Lebensrhythmus. Foto Hannes Aasamets

FF > REWFF

Das junge estnische Theater ist experimentierfreudig und technikverliebt – und erzählt damit auch etwas über sein Land

von Mirka Döring

Vor. Tick. Zurück. Tack. Dann wieder vor. Tick. Und zurück. Tack. Fast forward. Und rewind. FF. And REWFF. Rhythmus des Lebens. Der Herzschlag. Die Schritte. Einer vor und einer zurück. …

Foto: Hannes Aasamets

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Genosse Zukunft

Heiner Müller: Warten auf der Gegenschräge. Gesammelte Gedichte. Hg. von Kristin Schulz, Suhrkamp Verlag, Berlin 2014, 675 S., 49,95 EUR.

von Wolfgang Engler

Aktuell

Meldungen

■ Mit Beginn der Intendanz Benedikt von Peters 2016 am Luzerner Theater wird Regula Schröter die künstlerische Leitung des Schauspiels übernehmen. Schröter, Jahrgang 1977, arbeitete als freie Regieassistentin, Pressereferentin, Übersetzerin …

Aktuell: in nachbars garten

Film: Also machen wir das weiter …

Also machen wir das weiter … Die im Juni 2012 verstorbene Regisseurin Katrin Seybold hatte es sich über viele Jahre zur Aufgabe gemacht, Zeitzeugen des Widerstands gegen das NS-Regime zu …

von Ralf Schenk

Musik: Tanzen voll okay!

Musik und Politik: Wie beides aufeinander wirkt, beschäftigte schon Platon. Der griechische Philosoph warnte in seinem Hauptwerk „Der Staat“: „Vor Neuerungen der Musik muss man sich in acht nehmen; denn …

von Otto Paul Burkhardt

Kunst: Visionäre Partitur

Freiheit erlebt sie durch Beschränkungen. Je weniger Auswahl man habe, desto mehr Freiheit könne man bei der Wahl empfinden. Eine Beschränkung der Möglichkeiten gebe ihr Kraft. Für alles, was von …

von Ute Müller-Tischler

Gespräch

Was macht das Theater, Wilfried Schulz?

Herr Schulz, man hat das Gefühl, Sie stehen schon jetzt, anderthalb Jahre vor Ihrem Amtsantritt als Düsseldorfer Intendant, im Fokus eines gewaltigen Interesses. Macht Ihnen das ein bisschen Bange? Wenn …