Du spielst Michel Houellebecqs Roman „Serotonin“ als über fünfstündigen, fast bewegungslosen Monolog in der Regie von Sebastian Hartmann am Potsdamer Hans Otto Theater. Wie habt ihr das vorbereitet?
GL: Sebastian hat mich vor einem Jahr angerufen und gefragt. Und auch das Theater war sofort Feuer und Flamme dafür. Dann rückte Sebastian mit der Idee der Länge heraus. Ich fand das einleuchtend, weil es mit der Geschichte einer Depression korrespondiert und dafür diese Zeit braucht und ein tolles Experiment ist. Schließlich haben wir eine Zeit von sechs Stunden angesetzt, damit wir den Rücken dafür frei haben.
Wie habt ihr das berechnet?
GL: Es war einfach eine Setzung. Sebastian meinte, drei Stunden sei noch normal. Vier ist etwas dazwischen, bevor irgendwann richtig was anderes entsteht. Er hat viel von Marina Abramović gesprochen, dass ihn ihre Langzeitperformances auch deshalb interessieren, weil da was mit den Leuten passiert. Dass nicht nur der Spieler, sondern auch das Gegenüber dadurch in einen anderen Raum gelangt.
Nach der Premiere wurde über Hilfsmittel spekuliert. Der berühmte Knopf im Ohr, eine versteckte Souffleuse hinter der weißen Box, in der du meist nur dasitzt, oder noch ein ganz anderer Trick.
GL: Nein, nichts davon. Ich habe mich ein Jahr lang...
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