Bericht
Energie für die Hörspielzukunft
Das Berliner Hörspielfestival feierte mit dem Thema „Hokuspokus“ 100 Jahre Hörspiel
von Laura Weinheimer
Erschienen in: Theater der Zeit: Ensemblekultur heute – Gisèle Vienne Unheimliche Collagen (10/2024)

1924 erfand Hans Flesch das erste Hörspiel: „Zauberei auf dem Sender“. Somit war „Hokuspokus“ der naheliegende thematische Rahmen für das diesjährige Jubiläumsfestival. Aber nicht nur um die Geschichte des Hörspiels, sondern auch um die Frage nach seiner Zukunft ging es. In der Eröffnungrede sprach Kathrin Röggla in der gastgebenden Akademie der Künste die Kürzungen im Rundfunk an. Diese Kunstform hat es nicht so leicht wie ihre populäreren Geschwister Literatur und Film, so Jochen Meißner in seinem Beitrag. In dem dreitägigen Programm wird dann schnell wieder klar, was das Hörspiel zu bieten hat: eine Zuflucht. Vielleicht kommt es noch aus Kindertagen, das Lauschen einer Geschichte verursacht diese einzigartige Gefühlsmischung von Neugier und Entspannung. Es gibt äußerlich nichts zu tun, doch im Inneren bewegen sich die Bilder. Das ist kein passiver Vorgang, als Hörer:in ist man gefragt, den Faden nicht zu verlieren oder ihn vielleicht erst einmal zu finden.
Von morgens bis spät in die Nacht gab es Workshops, Live-Performances, Austellungen, Führungen, Podiumsgespräche und Netzwerktreffen. Im Zentrum stehen aber vor allem die vier Wettbewerbe, die sich durch unterschiedliche Längenvorgaben auszeichnen. Während in der längsten Kategorie, dem langen brennenden Mikro, eine Fachjury über das Gewinnerstück entscheidet, sind es bei allen anderen drei Wettbewerben...