Theater der Zeit

Gebundene Sprache

von Viola Schmidt

Erschienen in: Mit den Ohren sehen – Die Methode des gestischen Sprechens an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin (04/2019)

Rhythmisches Sprechen, das einem Metrum folgt und in Takte untergliedert ist, könnte sich aus gegliederten Arbeitsabläufen, dem rituellen Tanz und Gesang entwickelt haben. Es stellt eine besondere Form der Kommunikation dar. Durch die relativ gleichmäßigen Wiederholungen eines Metrums fällt es unserem Gehirn leicht, Voraussagen zu machen. Das trifft umso mehr zu, wenn dem Metrum ein Reim beigegeben ist. Erwartungshaltungen werden erfüllt, und unser Belohnungssystem springt an. Wie im Kapitel Wahrnehmung beschrieben, schätzt unser Gehirn eine gewisse Routine. Gleichzeitig ist es neugierig und offen für ein überschaubares Maß an Überraschung. Unregelmäßigkeiten im Metrum, Taktwechsel, Rhythmus- und Tempovariationen halten uns munter. Metren korrespondieren mit unseren Instinkten. Wir sind in der Lage, unsere gemeinsamen Sprechhandlungen rhythmisch aufeinander abzustimmen. Beim chorischen Sprechen synchronisieren wir unsere Atemfrequenz und unseren Herzrhythmus. Rhythmisierte Sprache: Abzählreime, Liedtexte, Spruchweisheiten können wir uns gut merken. Die Einkaufsliste ist in einem Song zuweilen besser untergebracht als auf einem Zettel. „Der Vers ist die Interferenz von Metrum und Satz.“168 Er verschafft uns Informationen, die über den Sinn der Worte und ihre syntaktische Verknüpfung hinausreichen. Wie wir sprechen beeinflusst, was wir sprechen. Der Dichter Karl Mickel fragt: „Wie kommt es, dass ein Ungeschulter ein Gedicht, wenn es gut gesprochen ist, beim erstmaligen...

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