Theater der Zeit

Zehn Thesen

These 7: Die Performativität des Musizierens und die Liminalität des Musikerdarstellers bestimmen immer häufiger die Dramaturgien und Spielästhetiken

von David Roesner

Erschienen in: Recherchen 151: Theatermusik – Analysen und Gespräche (11/2019)

Vorproduzierte Theatermusik, die aus der Tonloge eingespielt wird, begleitet immer noch ein Gros der Inszenierungen. Dennoch ist ein wachsendes Interesse der Theatermacher*innen am Live-Musizieren auf der Theaterbühne zu beobachten. Dabei kehren die Theatermusiker*innen, sei es alleine oder in unterschiedlichen Formationen, nicht in ihren historisch angestammten Ort, den Orchestergraben, zurück, sondern werden zu Bühnenmusiker*innen, die nicht selten in einen Grenzstatus eintreten: Sie sind mal Musiker*in, mal Darsteller*in, verkörpern teils Musiker*innen, teils fiktive Figuren, und nicht selten all dies zugleich. Die Zuschauer*innen oszillieren dann möglicherweise in ihrer Wahrnehmung und Bedeutungszuschreibung wie bei einem Vexierbild. Den schon erwähnten Sänger-Darsteller Risto Kübar beschreibt Petra Hallmayer in Nüblings Produktion von Orpheus steigt herab (Münchner Kammerspiele 2012) folglich als »Zwitterwesen« und konstatiert an ihm eine »eigentümliche flirrende Faszination«.125 Dieser Eindruck hat sicher maßgeblich etwas mit der androgynen Präsenz von Kübar zu tun, aber eben auch mit seinem Spielstil zwischen kommentierendem Sänger und agierender Figur. Auch in Amélie Niermeyers Inszenierung von Was ihr wollt (Residenztheater München 2014) gibt es so eine liminale Figur, deren besonderem Reiz Sabine Leucht in ihrer Kritik gleich den ersten Paragrafen widmet:

Der Star des Abends trägt Sockenhalter zu Pumps und ein Unterhemd in dänischen Kinderklamottenfarben. Und er trägt seine Gitarre. Ian...

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