Die vierte Raumzeitmaterialisierung
von Kevin Rittberger und Teresa Kovacs
Erschienen in: Der Messingkauf im Curazän – Eine Ästhetik der Verschränkung (02/2026)
Assoziationen: Heiner Müller

The comic self is not simply at opposite ends from its tragic doppelgänger, but it does from time to time recognize their similarities, especially in moments when the comic self comes up short in its attempts to dispossess. The constitutive difference between the two resides in their attitude toward possession.
(Timothy C. Campbell & Grant Farred)
Hamlet oder Sancho Panza?
Hamlet ist der tragische Held, der – zumindest im deutschsprachigen Raum – den Diskurs um die Möglichkeit einer Revolution und Veränderung zutiefst geprägt hat. „Deutschland ist Hamlet“, heißt es im Gedicht von Ferdinand Freiligrath aus dem Jahr 1844, und beschreibt damit das, was Brecht später als die „deutsche Misere“ bezeichnen wird. Doch wieso hat es die Figur des Hamlet den Deutschen angetan? Hamlet ist der Zauderer und Zögerer. Er ist im Zwischen positioniert, weil ihm die alte, bekannte Welt radikal entzogen wurde, ohne dass ihm jedoch eine neue Welt geboten wird, in der er sich orientieren kann. Und so findet seine Tragödie – oder vielleicht doch eher Trauerspiel, wie Walter Benjamin argumentiert – in diesem Zwischenraum statt, in der Ratlosigkeit gegenüber der neuen Welt. Brecht und Müller haben zu Recht gewarnt, dass Hamlets Tat am Ende von Shakespeares Stück nicht...



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