Das Traverse Theatre ist eigentlich ein Ort für Gegenwartsdramatik, die es u. a. mit dem neuen Stück von David Greig „The Event“ oder dem politischen Theaterstück „Cadre“ von Omphile Molusi aus Südafrika auch zu sehen gab. Dieses Jahr wurden dort aber mit „Have I no mouth“ von Brokentalkers, das in Deutschland schon bei Theaterformen zu sehen war, und der neuen Produktion der belgischen Gruppe Ontroerend Goed auch Arbeiten gezeigt, die für die Spielstätte eher untypisch sind. Die Belgier präsentierten mit „Fight Night“ einen Abend zum Thema Wahlen und demokratische Mitbestimmung. Jeder Zuschauer erhält ein elektronisches Stimmabgabegerät und wird während des Abends immer wieder aufgefordert, abzustimmen. Durch Abfrage demografischer Fakten wird ermittelt, wer eigentlich im Saal sitzt. Es treten dann fünf Kandidaten gegeneinander an. Als Erstes muss man sich rein nach Aussehen entscheiden, für wen man an diesem Abend stimmen will. In weiteren Runden versuchen die Kandidaten, durch Erklärungen und Reden die Stimmen der Zuschauer zu gewinnen. Nach und nach wird der Kandidatenkreis kleiner. An dem Abend, an dem ich die Vorstellung sah, flog derjenige zuerst raus, der am ehesten die Überzeugungen der Zuschauermehrheit vertrat. Mehr und mehr hat man das Gefühl, in der Wahl manipuliert zu werden. Und dass am...