Ernst und Heiter »Tanztheater-Forum IV« in der Komischen Oper
Aus N-Z, 22.1.1986
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Der bisher gelungenste Abend jener Reihe: Acht interessante Choreographien, jede von eigenem Reiz. Der Titel »Ernste und heitere Spiele« bildete die Klammer für zwei choreographische Uraufführungen, drei neu besetzte Werke, eine neu dem Repertoire eingegliederte Schöpfung sowie zwei Beiträge Arila Siegerts als Gast vom Ballett der Dresdner Staatsoper.
»Concert in Frack und Hut« (Musik: Igor Strawinsky) nannte Birgit Scherzer ihr dreisätziges Ballett. Ein junges Paar tanzt fröhlich und verspielt, bis das Mädchen davonläuft. Ein zweiter junger Mann sucht Kontakt zu beiden Partnern, stellt beide vor Entscheidungen. Im Trio-Spiel lösen sich die Konflikte vorerst wer zu wem findet, bleibt offen. Eine musikalische, in Bewegung und Raumnutzung vielseitige Choreographie. Die zweite Uraufführung steuerte Tom Schilling bei. Für Jutta Deutschland skizzierte er »Marguerite« (Fryderyk Chopin), die letzten Augenblicke im Leben der zur Multi-Kunstfigur gewordenen Kameliendame. Zitternd erinnert sich die Sterbende an Stationen ihres Weges und erlebt visionär noch einmal die Liebe zu Armand (Gerald Binke). Dieser ruhig und organisch dahinfließende Pas de deux erweist sich als Schöpfung von Schillingschem Format. In Jutta Deutschlands bewegender Gestaltung geht von dem Werk eine starke emotionale Wirkung aus.
»Match« (Musikcollage: Siegfried Matthus), Schillings amüsante tänzerische Nachbildung des Wettkampfs zwischen einem eitlen Tennis-Champion und dem schüchternen, letztlich siegreichen...















