Theater der Zeit

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Thema: Kinder- und Jugendtheater

Liebe, Lust und Einsamkeit

Das Kinder- und Jugendtheater hat keine Scheu vor neuen Formen und radikalen Themen – und kämpft trotzdem immer noch mit Vorurteilen

von Stefan Keim

Erschienen in: Theater der Zeit: Jürgen Holtz – Schauspieler und Scharfdenker (04/2015)

Assoziationen: Kinder- & Jugendtheater Consol Theater

Pädagogischer Zeigefinger und/oder harmlose Kinderbespaßung? – Das Kinder- und Jugendtheater muss noch immer beweisen, dass es dem Abendspielplan in nichts nachsteht, etwa mit Produktionen wie „Demian“ am Jungen Schauspielhaus Düsseldorf (2010, Regie Daniela Löffner). Foto Sebastian Hoppe
Pädagogischer Zeigefinger und/oder harmlose Kinderbespaßung? – Das Kinder- und Jugendtheater muss noch immer beweisen, dass es dem Abendspielplan in nichts nachsteht, etwa mit Produktionen wie „Demian“ am Jungen Schauspielhaus Düsseldorf (2010, Regie Daniela Löffner). Foto: Sebastian Hoppe

Performatives Theater, Stückentwicklungen, Roman- und Filmbearbeitungen – alles, was in den vergangenen Jahren im Abendspielplan erst als Modetrend und dann als nachhaltige Entwicklung beschrieben wurde, gibt es auch im Kinder- und Jugendtheater. Oder es war schon vorher da. In vielen Bereichen – wie bei der Zusammenarbeit mit internationalen Theatermachern – waren die Jugendbühnen die Vorreiter. Nur entsprechend wahrgenommen wurden und werden sie nicht, weil immer noch bei vielen Regisseuren, Intendanten, Dramaturgen und Kritikern das Vorurteil herrscht, dass Kinder- und Jugendtheater künstlerisch nur in Ausnahmefällen ernst genommen werden muss. Wenn überhaupt. Natürlich ist das purer Unfug, aber Vorurteile halten sich hartnäckig. Wenn es darum geht, möglichst große Teile der Bevölkerung anzusprechen, neue Formen zu entwickeln und nah dran zu sein an der Wirklichkeit, erfüllen die Kinder- und Jugendtheater diese Aufgaben sogar besser als manche städtische „Erwachsenentheater“-Bühne.

Den pädagogischen Zeigefinger und die harmlose Kinderbespaßung gibt es – bis auf immer weniger werdende Ausrutscher – vor allem in kommerziellen Produktionen. Und auch dort werden solche Aufführungen seltener. Den stilprägenden Überraschungshit „Verrücktes Blut“ zum Beispiel hat nun auch das Euro-Studio Landgraf – das führende private Tourneetheater – durch die Kleinstädte geschickt. In einer Inszenierung, die sich stark an die vom Ballhaus Ost in Berlin...

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