Theater der Zeit

Theater der Zeit 4/2015

Jürgen Holtz

Schauspieler und Scharfdenker

teilen:

Editorial

Die Worte seien ihm schon wie Asche im Mund. Das sagt ein Intendant, der vor nicht mal einem Jahr enthusiastisch, zupackend, mitreißend einen schwierigen Posten antrat. Der mit Zahlen beschossen wurde. Und mit künstlerisch erfolgreichen Produktionen reagiert. Sewan Latchinian, Intendant des Volkstheaters Rostock, schreibt Gunnar Decker, „glaubte als Retter zu kommen“. Gesucht jedoch war: „ein Abwickler“. „Am 25. Februar beschloss die Rostocker Bürgerschaft mit 26 zu 21 Stimmen den Abbau von (…) Musiktheater und Tanz.“ Der mecklenburg-vorpommerische Kultusminister Mathias Brodkorb habe gedroht, die Landeszuschüsse an Rostock nicht auszuzahlen, wenn die Bürgerschaft anders entscheide. „Schönes Demokratieverständnis!“ Schönes Kulturverständnis! Mit solchen Politikern ist keine Politik zu machen, und eine Zukunft sowieso nicht, sehen sie doch nicht, dass die Zukunft, die vielmehr Gegenwart …

Künstlerinsert

Thema: Kinder- und Jugendtheater

Pädagogischer Zeigefinger und/oder harmlose Kinderbespaßung? – Das Kinder- und Jugendtheater muss noch immer beweisen, dass es dem Abendspielplan in nichts nachsteht, etwa mit Produktionen wie „Demian“ am Jungen Schauspielhaus Düsseldorf (2010, Regie Daniela Löffner). Foto Sebastian Hoppe

Liebe, Lust und Einsamkeit

Das Kinder- und Jugendtheater hat keine Scheu vor neuen Formen und radikalen Themen – und kämpft trotzdem immer noch mit Vorurteilen

von Stefan Keim

Performatives Theater, Stückentwicklungen, Roman- und Filmbearbeitungen – alles, was in den vergangenen Jahren im Abendspielplan erst als Modetrend und dann als nachhaltige Entwicklung beschrieben wurde, gibt es auch im Kinder- …

Foto: Sebastian Hoppe

Erstkontakt

Erfahrungen mit Theater kann man gar nicht früh genug machen – Das Dresdner Theater Junge Generation

von Michael Bartsch

Freispiele

Mit theaterpädagogischem Engagement macht das Junge Ensemble Stuttgart Theater für alle Generationen

von Manfred Jahnke

Anzeige

Protagonisten

Anzeige

Zerrissene Heimat

In seinen Performances thematisiert der libanesische Künstler Rabih Mroué stets sein Land, seine Herkunft und seine Familie – mit großer Wirkung

von Renate Klett

Mecklenburg-Vorpommerns Kulturförderung erlebt gerade ihr Waterloo – Kein Erhalt, sondern Abbau. Dagegen wird heftig protestiert, hier nach der beschlossenen Spartenschließung am 9. März 2015 in Neustrelitz. Foto Winfried Wagner

Kahlschlag

Das Volkstheater Rostock: Wo die Böcke zu Gärtnern werden

von Gunnar Decker

Die Worte seien ihm schon wie Asche im Mund, sagt Sewan Latchinian. Das klingt nach Hugo von Hofmannsthals „Chandos“-Brief, ein Dokument extremer Hoffnungslosigkeit. Das ist nun schon ungefähr hundert Jahre …

Foto: Winfried Wagner

Kolumne

Das politische Wohlgefühl

Einmal ging ich in eine Kneipe. Einer war schon da. Nach mir kam ein anderer. Der setzte sich zu dem einen. Habe die Ehre!, sagte der eine. Lang nicht gesehen. …

SCORES – Insert Tanzquartier Wien

Ein Krieg und sein Double

Ein Stück, das sich mit Krieg auseinandersetzt, dem Krieg den Krieg erklärt, kommt nicht umhin, sich der Frage nach dem Bild vom Krieg zu stellen, einem Kriegsbild nachzuspüren als gäbe …

von Andreas Spiegl

Diorama und Display

Theater und Dioramen sind bis ins Detail inszenierte künstliche Realitäten, deren Verwendungszweck darin besteht, Hintergrund, Kulisse oder ›Display‹ für ebenso künstlich inszenierte Exponate, Handlungen oder Bilddramaturgien zu sein. In uncanny …

von Paul Wenninger

Anmerkungen zur Musik von uncanny valley

Definiert man die Sprache als Medium, die Kommunikation ermöglicht, also als Übermittlung von Informationen, und die Stimme als Träger dieser Vermittlung und betrachtet man das Verhältnis von Stimme, Sprache und …

von Peter Jakober

Ausland

Mission Electric

Mitten in der politischen Eiszeit eröffnet in Moskau ein neues Theater: das Elektrotheater Stanislawski, das als offener Kulturraum auch mit Regiestars aus Europa kollaboriert

von Dorte Lena Eilers

Look Out

Auftritt

Würzburg: Der Clown im Fahrstuhl

Mainfranken Theater: „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht und „Der Auftrag“ von Heiner Müller. Regie Stephan Suschke, Bühne Momme Röhrbein, Kostüme Angelika Rieck

von Christoph Leibold

Stück

Brecht, getanzt – „kreidekreis“ von Lara Kugelmann und Armin Petras am GRIPS Theater Berlin. Foto David Baltzer/bildbuehne.de

Die Welt als eine veränderbare beschreiben

Armin Petras, Autor, Regisseur und Intendant des Staatsschauspiels Stuttgart, über sein erstes Kinderstück „kreidekreis“ im Gespräch mit Otto Paul Burkhardt

von Armin Petras und Otto Paul Burkhardt

Armin Petras, Sie und Ihr Alter Ego Fritz Kater haben nie Kinderstücke geschrieben, „kreidekreis“ ist Ihr erstes. Wie kam es dazu?Das ist eine ziemlich verrückte Geschichte. Ich war auf einer …

Foto: David Baltzer/bildbuehne.de

Magazin

Hausbesuch Praxis

Die neue Christoph-Schlingensief-Gastprofessur holt Theatermacher für szenische Forschungsprojekte an die Ruhr-Universität Bochum

von Sebastian Kirsch

Aktuell

Meldungen

■ Der Gründer und Geschäftsführer des GRIPS Theaters in Berlin Volker Ludwig und der künstlerische Leiter Stefan Fischer-Fels haben sich einvernehmlich auf eine vorzeitige Beendigung der Zusammenarbeit zum 31. Juli …

Aktuell: in nachbars garten

Film: Die Armee der Hunde

Der ungarische Theater- und Filmregisseur Kornél Mundruczó setzt seinem sechsten Spielfilm, Underdog, ein Zitat von Rainer Maria Rilke voran: „Vielleicht ist alles Schreckliche im tiefsten Grunde das Hilflose, das von …

von Ralf Schenk

Kunst: Ein schönes Wirrwarr

Was passiert, wenn man eine Giraffe fängt und sie in ein Wohnzimmer schafft? Man kann es sich als ein einigermaßen schweres Chaos vorstellen. In der Kunsthalle Zürich zeigen die iranischen …

von Ute Müller-Tischler

Musik: Die Stille nach dem Aufruhr

Jedes Frühjahr wird das Donaustädtchen Krems zur Anlaufstelle experimenteller Musiker, Filmkünstler und Theaterschaffender. Internationale Grenzgänger geben sich auf dem Donaufestival die Klinke in die Hand, wenn zwei Wochenenden lang vom …

von Ulrike Rechel

Gespräch

Anzeige