Rezension
Der einsame Krieger
Sandra Prechtels Film „Einar Schleef – Ich habe kein Deutschland gefunden“ soll im Herbst auf Theatertournee gehen
von Michael Helbing
Assoziationen: Dossier: Bühne & Film Einar Schleef

Ein Kontrast am Rande, der in diesem Film weniger etwas über Einar Schleef erzählt, sondern anhand seiner originären Regiepersönlichkeit etwas über das Theaterverständnis von Autoren: „Es ist nicht mein Stück und ich würde es sehr gern verbieten“, sagt Rolf Hochhuth Anfang 1993 in die Kamera.
Der Verfasser von Dramen, der es nie zum Dramatiker brachte, steht vor dem Berliner Ensemble, in dem Schleef für die Uraufführung von „Wessis in Weimar“ probiert. Die findet statt, das Stück wird aber bald ab- und Schleef vor die Tür gesetzt, auf Betreiben von Peter Zadek und Peter Palitzsch. So war es Schleef am BE schon 1975 ergangen, mit „Fräulein Julie“ unter Intendantin Ruth Berghaus.
Fünf Jahre nach „Wessis in Weimar“ inszeniert Schleef am Wiener Burgtheater Elfriede Jelineks „Sportstück“. Die undramatische Bühnenautorin, die es der Regie überlässt, aus ihren Textflächen Dramen zu machen, hat kein Problem damit, „wenn es ein anderes Stück wird“. Ihr Programm sei gewesen, „einem solchen Mann einen Text auszuliefern und staunend wie ein Kind zu sehen, was er daraus macht.“
Jelinek träumte sogar von einer ähnlich langen und intensiven Arbeitsbeziehung, wie sie Thomas Bernhard und Claus Peymann gepflegt hatten. Doch dann starb Schleef 2001, mit 57, nachdem er in Wien mit...


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