Die Schweizerischen Theaterbühnen sind klein. Es waren immer Bürgerbühnen. Fürstliche Repräsentation wie in Berlin, Wien, Mannheim oder übertriebenen Reichtum wie in Hamburg hat es nie gegeben. Zumindest nicht in der Zeit, in der sich die Theaterkultur herausgebildet hat, mit festen Häusern, Ensembles, Stammpublikum.
Eines der schönsten, eines der kleinsten, sicher das älteste erhaltene Schweizer Theater steht geduckt hinter einem barocken Palais an der Aare in der Altstadt von Solothurn. Ein Bilderbuchtheater, dem man es von außen nicht ansieht. Innen zwei Ränge, 250 Plätze, vor gut zehn Jahren behutsam saniert und um ein anmutig-helles Foyer und Stiegenhaus ergänzt, erinnert es vor allem in seiner Kubatur an den barocken Ursprungsbau aus der ersten Hälfte des 18.-Jahrhunderts.
Der Bau allein erfreut, ist doch mit einem solchen Schmuckstück immer auch die Hoffnung verbunden, dass sich mit dem Dargebotenen nicht nur das Medium, sondern auch die Gesellschaft ein wenig zum Besseren erneuern würde.
Diese Hoffnung wurde selbstredend auch bei der Uraufführung „Home“ geweckt. Wenn schon der Titel „Home“, also „Heim“, „Zuhause“ lautet, kann eine Überlegung, was das Theater als Zuhause ausmacht und zusammenhält, nicht fehlen. Das war für die Regisseurin Nadine Schwitter und ihre Truppe im Kern Co-Kreation und Partizipation – die, und hier setzt...