Was braucht die Szene?
von Dan Richter
Erschienen in: Improvisationstheater (Bd. 3) – Die Magie der Szene (10/2025)
7.1 Adlerperspektive
7.2 Kopieren oder Kontrastieren
7.3 Typen
7.4 Story
7.1 Adlerperspektive
Wie haben eben gesehen, wie wichtig der Blick von außen auf die Szene ist. Diese Adlerperspektive ist entscheidend für unsere Orientierung innerhalb einer Szene.
Für manche Spieler ist das irritierend: „Dann ist man ja nicht mehr im Moment! Man verliert doch die Figur!“ Doch das ist nicht notwendigerweise so. Ein Beispiel aus dem Alltag: Ich treffe mich mit einem Kollegen zum Brunch, wir sprechen über unsere neuesten Ideen und Projekte. Wenn ich dabei achtsam bleibe, nehme ich mein Essen bewusst wahr, bin mir über unsere Beziehung und den Gesprächsinhalt im Klaren – und gleichzeitig über den Rahmen der Situation. : Wo wir sind, dass Zeit vergeht. Das ist kein Multitasking, sondern eine erweiterte Präsenz, die wir im Alltag unbewusst entwickelt haben. Fehlt sie, empfinden wir Stress.
In einer Impro-Szene bewegen wir uns in anderen Kategorien: Die Rolle, die Tätigkeit, die Beziehung zum Anderen, das Genre, der Inhalt – all das wird kollaborativ und spontan erschaffen. Für ImproAnfänger kann das ungewohnt sein und sich wie Jonglieren mit fünf Bällen anfühlen. Durch fortwährende Impropraxis verliert sich dieses Gefühl der Überforderung nach und nach. Unsere Aufmerksamkeit kann mehrere Elemente gleichzeitig...

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