Thema
Theaterliebe und Unternehmergene
René Heinersdorff ist Eigentümer einiger Privattheater und sucht nach modernen Formen des Boulevards
von Stefan Keim
Erschienen in: Theater der Zeit: Humor auf der Bühne (01/2026)
Assoziationen: René Heinersdorff

Einige Theater gehören ihm, an anderen ist er beteiligt. René Heinersdorff ist Autor, Regisseur, Schauspieler, Bühnenbilder hat er auch schon entworfen. Vorsitzender der Privattheatergruppe im Deutschen Bühnenverein ist er außerdem. Seit zweieinhalb Jahren leitet er die Landesbühne Neuwied in Rheinland-Pfalz und hat nebenbei gerade auch ein neues Stück von Woody Allen übersetzt, das im Essener Theater im Rathaus Uraufführung hatte. Ein Humor-Unternehmer und ein kreativer Kopf, der sich nach eigenen Worten zum Ziel gesetzt hat, „den Boulevard zum Theater zurückzuführen“.
Das bedeutet Glaubwürdigkeit statt purem Pointengeprassel, die Beschäftigung auch mit strittigen Themen und entschlackte Bühnenbilder. Wenn René Heinersdorff inszeniert, gibt es keine naturalistischen, mit überflüssigen Requisiten vollgestopften Räume. In seiner Bühnenversion des Filmes „Honig im Kopf“ haben vier umgekippte Stühle Venedig dargestellt. Das Publikum hat diese reduzierte Bildsprache problemlos akzeptiert. „Als Regieassistent“, erzählt Heinersdorff, „wurde ich von einem Regisseur losgeschickt, um ein Original-Telefonbuch von London zu besorgen, weil das Stück in England spielte. Das war damals total wichtig, ich fand es völlig überflüssig. Theater ist Behauptung, ein Bühnenbild sollte es dem Publikum ermöglichen, eigene Fantasien hinzuzufügen.“
Ein inhaltliches Beispiel für Heinersdorffs moderne Form des Boulevards läuft gerade in München, in der Komödie im Bayerischen Hof. „… und das ist gut...
















