Theater der Zeit

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Meldung (Personalien/Kulturpolitik)

Montag, 2. Februar 2026

Trump lässt Kennedy Center schließen ++ Oper Leipzig steht vor möglicher Zahlungsunfähigkeit ++ Jens-Daniel Herzog in Nürnberg bis 2036 verlängert ++ Regisseur und Intendant Georg Immelmann verstorben ++ Ehemaliger Kultursenator Peter Radunski verstorben

Assoziationen: Musiktheater Bayern Berlin International Tankred Dorst Yvonne Büdenhölzer Staatstheater Nürnberg ETA Hoffmann Theater Oper Leipzig

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3.2.2026

Washington: Trump lässt Kennedy Center für Umbau schließen

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, das John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington für zwei Jahre vollständig zu schließen, um einen umfassenden Umbau zu ermöglichen, wie u. a. der Spiegel berichtet. Die laufenden Veranstaltungen des Kulturzentrums würden die Bau- und Renovierungsarbeiten behindern und verlangsamen, begründete Trump die Maßnahme.

Nötig sei für die Schließung noch die Zustimmung des Direktoriums, dessen Mitglieder von Trump ausgewählt wurden und das er selbst leitet. Der Präsident hatte die Übernahme des Hauses vor rund einem Jahr mit einer angeblichen Linkslastigkeit der Kultureinrichtung begründet, das Zentrum in „Trump Kennedy Center“ umbenannt und aus seiner Sicht „patriotische Programme“ angeordnet, woraufhin zahlreiche Künstler in den vergangenen Monaten ihre Auftritte absagten; zuletzt strich Komponist Philip Glass die Premiere einer Sinfonie.

 

Leipzig: Oper warnt vor drohender Zahlungsunfähigkeit ab 2028

Die Oper Leipzig rechnet laut einem Nachtrags-Wirtschaftsplan ab 2028 mit fehlender Liquidität und warnt vor der Gefahr, den geregelten Betrieb nicht mehr aufrechterhalten zu können. Das berichtet MDR Kultur am 30. Januar. Bereits 2025 sei ein Verlust von 2,3 Millionen Euro angefallen, für die kommenden Jahre werden jährliche Fehlbeträge von rund drei Millionen Euro erwartet.

Als Hauptursachen nennt der Bericht steigende Kosten für Energie, Material, Dienstleistungen und das Gewandhausorchester sowie eine unzureichende Auslastung mit aktuell kalkulierten 57 Prozent bei Oper, 68 Prozent im Ballett und 80 Prozent in der Musikalischen Komödie. Oberbürgermeister Burkhard Jung fordert Soforthilfen von Bund und Ländern zur Stabilisierung der kommunalen Kulturfinanzierung.

 

Nürnberg: Jens-Daniel Herzog verlängert Intendanz bis 2036

Die Stiftung Staatstheater Nürnberg hat den Vertrag mit Intendant Jens-Daniel Herzog um weitere fünf Jahre bis 2036 verlängert, wie das Staatstheater in einer Pressemitteilung bekanntgibt. Eine zentrale Aufgabe Herzogs in der kommenden Dekade sei es, die neue Spielstätte des Staatstheaters in der Nürnberger Kongresshalle programmatisch zu profilieren.

Bayerns Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume würdigt Herzog als „versierten Team-Player“, der es verstehe, außergewöhnliche Talente ans Staatstheater Nürnberg zu holen wie Joana Mallwitz, Richard Siegal und den künftigen Generalmusikdirektor Killian Farrell. Herzog ist seit der Spielzeit 2018/19 Intendant des Hauses; sein Vertrag war bereits zuvor einmal bis 2031 verlängert worden.

 

Bamberg: Gewinnerinnen und Gewinner des Dorst-Ehler-Werkstattfestivals stehen fest

Das ETA Hoffmann Theater Bamberg hat die drei Gewinnerstücke des erstmals stattfindenden Dorst-Ehler-Werkstattfestivals für Nachwuchs-Dramatik bekannt gegeben, wie das Theater mitteilte. Mit dem Festival würdigt das Theater das über Jahrzehnte gemeinsam arbeitende Autorenduo Tankred Dorst und Ursula Ehler.

Aus 98 Einsendungen wählte die Jury (Yvonne Büdenhölzer, Leiterin des Suhrkamp Theater Verlags, Antonia Leitgeb-Busche, Chefdramaturgin am ETA Hoffmann Theater Bamberg, sowie Lea Mantel, Dramaturgin am ETA Hoffmann Theater Bamberg) „Mädele“ von Nika Matteo Hauger, „Beachtenswertes im Gesellschaftsbecken. Ein Tutorial“ von Marie-Christin Janssen und „Asa und Mo // Platzwunden“ von Lili Roesing als Gewinnerstücke aus. Die Autor*innen werden im April 2026 mit dem Dorst-Ehler-Preis ausgezeichnet, der mit insgesamt 5.000 Euro dotiert ist. Das Festival findet vom 23. bis 26. April 2026 in Bamberg statt.

 

Berlin: Regisseur und Intendant Georg Immelmann gestorben

Der Theaterregisseur und frühere Intendant Georg Immelmann ist am 12. Januar im Alter von 90 Jahren gestorben, wie die Redaktion aus Familienkreisen erfuhr.

Immelmann, 1935 in Berlin geboren, studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie. Er leitete in dieser Zeit die Studierendenbühne des theaterwissenschaftlichen Instituts der FU. Ab 1957 arbeitete er zunächst als Regieassistent, dann als Regisseur und Dramaturg an der Landesbühne Hannover, anschließend als Chefdramaturg und Regisseur an den Bühnen der Hansestadt Lübeck und als Oberspielleiter am Stadttheater Aachen.

Von 1979 bis 1994 war Georg Immelmann Intendant der Landesbühne Wilhelmshaven und 1991/92 sowie 1998 bis 2003 Intendant der Gandersheimer Domfestspiele. Seit 2003 unterrichtet er an der Theaterschule Aachen und inszenierte an verschiedenen Theatern in u. a. Bamberg, Dresden, Hamburg, Hannover, Stendal.  In Bad Gandersheim gründete und leitete er die Musical Academy, eine Weiterbildungsmaßnahme für Musicaldarsteller*innen. Insgesamt verantwortete er mehr als 100 Inszenierungen.

 

Berlin: Ehemaliger Kultursenator Peter Radunski verstorben

Der frühere Berliner Wissenschafts- und Kultursenator sowie CDU-Bundesgeschäftsführer Peter Radunski ist im Alter von 86 Jahren in Berlin gestorben, wie u. a. der Tagesspiegel meldet. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, würdigte ihn als einen der „klügsten Köpfe“ der Stadt. Radunski habe als Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur insbesondere die Entwicklung der Berliner Kulturlandschaft in den 1990er-Jahren nach dem Mauerfall geprägt.

Peter Radunski, 1939 in Berlin geboren, leitete in der CDU er ab 1973 die Öffentlichkeitsarbeit, organisierte mehrere Bundes- und Europawahlkämpfe und wurde 1981 CDU-Bundesgeschäftsführer. Ab 1991 war er Senator in Berlin, zunächst für Bundes- und Europaangelegenheiten, später (1996–1999) für Wissenschaft, Forschung und Kultur; nach seinem gesundheitsbedingten Rücktritt gehörte er bis 2001 dem Berliner Abgeordnetenhaus an.

 

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Redaktionsschluss: 14:45 Uhr

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